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Bild auf 5min.at zeigt Geldscheine und die Silhouette einer Frau.
Ein bislang unbekannter Täter soll über Monate ihr Vertrauen gewonnen und sie schließlich um rund 77.000 Euro gebracht haben.

Frau wartet am Flughafen auf große Liebe, doch „Pilot“ kommt nie

Monatelang glaubte eine 50-jährige Steirerin, einen Piloten kennengelernt zu haben. Sie überwies ihm immer wieder Geld. Erst als sie ihn am Wiener Flughafen abholen wollte, flog der Betrug auf. Der Schaden: rund 77.000 Euro.

von Leema Mohsenzada-Slaje Auf dem Foto auf www.5min.at sieht man Leema Mohsenzada-Slaje.
3 Minuten Lesezeit(580 Wörter)
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Es begann mit einer harmlosen Freundschaftsanfrage auf Facebook und endete mit einem enormen finanziellen Schaden. Eine 50-jährige Frau aus Seckau im Bezirk Murtal wurde Opfer eines sogenannten Love Scams. Ein bislang unbekannter Täter soll über Monate ihr Vertrauen gewonnen und sie schließlich um rund 77.000 Euro gebracht haben. Dabei schien im März 2026 zunächst alles unverfänglich. Ein Mann kontaktierte die Steirerin auf Facebook und stellte sich als deutsch-amerikanischer Berufspilot vor, der in den USA lebe. Nach ersten Nachrichten über den Facebook-Messenger wechselten die beiden zu WhatsApp. Sie entdeckten vermeintlich zahlreiche Gemeinsamkeiten. Über Wochen hinweg entstand immer mehr Vertrauen.

Der angebliche Pilot wollte zu ihr nach Österreich ziehen

Ende April schien die Beziehung den nächsten Schritt zu machen. Der Mann kündigte an, zur 50-Jährigen nach Österreich ziehen zu wollen. Vor seiner Übersiedlung müsse allerdings ein Paket mit persönlichen Arbeitsunterlagen nach Österreich geschickt werden. Dann begannen die Geldforderungen. Für Zustellung und Zoll seien Zahlungen notwendig, die der vermeintliche Pilot aus unterschiedlichen Gründen gerade nicht selbst tätigen könne. Die Frau vertraute darauf, ihr Geld zurückzubekommen und überwies mehrfach Geld. Die Beträge summierten sich.

Selbst die Bank warnte die Steirerin

Irgendwann wurden auch die ungewöhnlichen Transaktionen bei der Bank auffällig. Die 50-Jährige wurde auf einen möglichen Betrug hingewiesen. Doch der Täter ließ nicht locker. Stattdessen soll er den Druck auf sein Opfer sogar erhöht haben. Der Frau wurde unter anderem mit einer Festnahme wegen des Verdachts der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung gedroht. Daraufhin kaufte sie zusätzlich Apple-Geschenkkarten und schickte dem Mann die entsprechenden Gutscheincodes.

Sie fährt zum Flughafen, doch niemand kommt

Im August kündigte der vermeintliche Pilot schließlich an, Anfang September tatsächlich nach Österreich zu kommen. Für die 50-Jährige sollte damit nach Monaten des Schreibens endlich das persönliche Kennenlernen bevorstehen. Sie machte sich auf den Weg zum Flughafen Wien, um den Mann abzuholen. Doch er kam nicht. Stattdessen erreichte die Steirerin eine weitere Nachricht. Diese sollte angeblich vom Bundeskriminalamt stammen. Darin wurde behauptet, der Pilot sei festgenommen worden. Für seine Freilassung müsse nun eine Kaution bezahlt werden. Diesmal wurde die 50-Jährige misstrauisch.

Bekannte erkennt die Betrugsmasche

Die Frau vertraute sich einer Bekannten an. Diese erkannte, dass es sich um Betrug handelte. Daraufhin wandte sich die 50-Jährige an die Polizei und erstattete Anzeige. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits rund 77.000 Euro verloren. Der vermeintliche Pilot existierte nicht in der Form, in der er sich der Frau präsentiert hatte. Der Täter ist bislang unbekannt.

Polizei warnt vor Love Scam

Die Polizei nimmt den aktuellen Fall zum Anlass, erneut vor Love Scam beziehungsweise Liebesbetrug zu warnen. Die Täter bauen über Wochen oder sogar Monate gezielt eine emotionale Bindung auf. Erst wenn genügend Vertrauen vorhanden ist, beginnen die Geldforderungen. Häufig präsentieren sich Betrüger etwa als Piloten, Ärzte, Soldaten oder Mitarbeiter auf Bohrinseln, die sich gerade im Ausland befinden. Persönliche Treffen scheitern immer wieder, während gleichzeitig angebliche Notfälle, Reisen oder finanzielle Schwierigkeiten auftreten. Besonders vorsichtig sollte man werden, wenn plötzlich Geld, Gutscheincodes oder persönliche Dokumente verlangt werden. Die Polizei rät außerdem, Warnungen von Banken, Angehörigen und anderen Vertrauenspersonen ernst zu nehmen. Wer bereits Geld überwiesen hat, sollte weitere Zahlungen stoppen, den Kontakt abbrechen, Nachrichten und Zahlungsbelege sichern und Anzeige erstatten.

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