86 Kinder verletzt: Schulwegunfälle in der Steiermark stark gestiegen
Am Montag startet in der Steiermark die Schule. Nach 77 Schulwegunfällen mit 86 verletzten Kindern im Jahr 2025 mahnt der VCÖ zu mehr Aufmerksamkeit, weniger Tempo und sicheren Schulwegen.
Im Vorjahr ist die Zahl der Schulwegunfälle in der Steiermark stark gestiegen. Laut VCÖ gab es 2025 insgesamt 77 Schulwegunfälle, dabei wurden 86 Kinder verletzt. Gegenüber 2024 mit 48 Unfällen entspricht das einem Anstieg um 60 Prozent. Es war zugleich die höchste Zahl an Schulwegunfällen seit 2019.
Tempo runter
Gerade zum Schulbeginn erinnert der VCÖ daran, dass Kinder vom Vertrauensgrundsatz ausgenommen sind. Wer mit dem Auto unterwegs ist, muss sein Tempo dort reduzieren, wo Kinder unterwegs sind, und bremsbereit fahren. Auch vor Schutzwegen gilt: Fahrzeuge müssen sich so nähern, dass sie rechtzeitig davor anhalten können. Wollen Kinder die Fahrbahn überqueren, muss ihnen das ungefährdete Überqueren ermöglicht werden.
Schulweg üben
Neben der Aufmerksamkeit der Erwachsenen spielt auch der Schulweg selbst eine wichtige Rolle. Kinder sollen laut VCÖ am Anfang begleitet werden und lernen, worauf sie vor dem Überqueren einer Straße achten müssen. VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk betont: „Verstärkte Aufmerksamkeit von uns Erwachsenen sowie langsameres und bremsbereites Fahren, erhöhen die Sicherheit der Kinder. Wichtig ist zudem, dass der Schulweg genutzt wird, dass die Kinder Kompetenz im richtigen Verhalten im Straßenverkehr erlangen“. Das Handy soll dabei unbedingt in der Schultasche bleiben.
Weniger Elterntaxis
Elterntaxis sorgen laut VCÖ im Schulumfeld für Verkehrsprobleme. Gleichzeitig nehmen sie Kindern die Möglichkeit, auf dem Schulweg das richtige Verhalten im Straßenverkehr zu lernen. Der VCÖ verweist darauf, dass der Schulweg dank Schülerlotsen und anderer Maßnahmen sicherer ist als Freizeitwege und Kindern auch die Chance auf regelmäßige Bewegung bietet. Eine Alternative sind sogenannte Pedibusse oder Bicibusse, bei denen Kinder gemeinsam und in Begleitung von Erwachsenen zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen.
Gemeinden gefragt
Für mehr Sicherheit sieht der VCÖ auch Städte und Gemeinden in der Verantwortung. Gefordert werden unter anderem ausreichend breite Gehwege, übersichtliche Straßenübergänge, sichere Möglichkeiten zum Queren und Verkehrsberuhigung. In Wohnvierteln sowie bei Schulen, Kindergärten, Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen spricht sich der VCÖ für Tempo 30 statt 50 aus. Im Idealfall bleibt der Schulvorplatz autofrei; wo das nicht möglich ist, kann eine Schulstraße eingerichtet und der Kfz-Verkehr etwa eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn gesperrt werden.