Chemikalie im Grundwasser in der Steiermark nimmt zu: Pestiziddaten fehlen
In der Steiermark steigen laut Grünen die TFA-Werte im Grundwasser. Im Landtag zeigte sich nun: Dem Ressort von Landesrätin Schmiedtbauer fehlen Daten zu den ausgebrachten Mengen bestimmter Pflanzenschutzmittel.
Die Belastung des steirischen Grundwassers mit Trifluoressigsäure, kurz TFA, war Thema einer Dringlichen Anfrage der Grünen im Landtag am Dienstag (29. September). Dabei ging es auch um Pflanzenschutzmittel, die zur TFA-Belastung beitragen können. Auf die Frage nach den jährlich ausgebrachten Mengen erklärte Landesrätin Simone Schmiedtbauer laut den Grünen, dass diese Daten ihrem Ressort nicht vorliegen. Gleichzeitig erkannte sie demnach einen steigenden Trend bei TFA an. Für die Grünen fehlt damit weiterhin eine wichtige Datengrundlage für den Grundwasserschutz.
Daten fehlen
Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl fordert deshalb eine bessere Datengrundlage. „Wenn wir unser Grundwasser schützen wollen, brauchen wir verlässliche Daten. Die Landesregierung weiß nicht, wie viel von den Pflanzenschutzmitteln tatsächlich eingesetzt wird, die zur TFA-Belastung beitragen können. Gleichzeitig steigt die Belastung mit dieser Ewigkeitschemikalie. Da braucht es Vorsorge und genaues Hinschauen“. Aus Sicht der Grünen müsse genauer nachvollziehbar sein, welche Mittel wo und in welchen Mengen eingesetzt werden.
Seit 2026 digital
Seit 2026 müssen landwirtschaftliche Pestizidanwendungen laut dem eingebrachten Antrag EU-rechtlich in digital auswertbarer Form dokumentiert werden. Die Angaben bleiben demnach jedoch bei den einzelnen landwirtschaftlichen Betrieben und werden nicht zentral gesammelt und ausgewertet. Genau das wollten die Grünen ändern. Ihr Antrag sah vor, die zentrale Erfassung und Auswertung der Anwendungsdaten in der Steiermark sicherzustellen. Unter Wahrung des Datenschutzes sollten die Daten außerdem für unabhängige medizinische und wissenschaftliche Forschung bereitgestellt werden.
Antrag abgelehnt
Nach Angaben der Grünen sollte damit untersucht werden können, ob Zusammenhänge zwischen dem Einsatz bestimmter Mittel und Umweltbelastungen bestehen. Zentrale Ergebnisse sollten außerdem regelmäßig öffentlich zugänglich gemacht werden. Der Antrag von Sandra Krautwaschl, Lambert Schönleitner und Veronika Nitsche wurde von FPÖ und ÖVP abgelehnt. Damit kommt die von den Grünen verlangte zentrale Auswertung vorerst nicht.
„Die Daten sind da“
Krautwaschl sieht darin eine verpasste Möglichkeit, mehr Klarheit zu schaffen. „Die Daten sind da. Wir sollten sie nutzen, um herauszufinden, woher die Belastung kommt. Das hilft allen: Wenn sich ein Zusammenhang zeigt, können wir gezielt handeln. Und wenn sich ein Verdacht nicht bestätigt, ist das für die landwirtschaftlichen Betriebe genauso wichtig. Die Steirerinnen und Steirer sollen sich darauf verlassen können, dass ihr Grundwasser mit größter Sorgfalt geschützt wird“. Die Grünen wollen damit sowohl mögliche Belastungsquellen genauer untersuchen als auch Verdachtsfälle anhand konkreter Daten überprüfen lassen.