Babler oder Zeiler: Lercher prophezeit „Auswirkungen auf die Sozialdemokratie“
Gerhard Zeilers Kandidatur bringt Bewegung in die SPÖ. In Graz machte Max Lercher klar: Am Sonntag soll über das weitere Vorgehen gesprochen werden und diese Gespräche könnten Folgen für die Partei haben.
Die SPÖ kommt in der Debatte um ihre Parteispitze nicht zur Ruhe. Gerhard Zeiler hat seine Kandidatur für den Bundesparteivorsitz eingebracht. Für die steirische SPÖ ist damit eine neue Situation entstanden, mit der sich die Partei nun beschäftigen müsse. „Diese Kandidatur ist möglich. Und dieser Realität haben wir uns zu stellen“, sagt der Vorsitzende der SPÖ Steiermark Max Lercher am Mittwoch, 30. September, bei einer Pressekonferenz in Graz. Für ihn steht dabei vor allem eines im Mittelpunkt: Die Partei brauche rasch ein klares Verfahren für den weiteren Umgang mit der Kandidatur.
Entscheidung am Sonntag
Wie dieses Verfahren genau aussehen soll, will Lercher nicht öffentlich vorwegnehmen. Die entsprechenden Gespräche sollen in den Parteigremien geführt werden. Klar ist für ihn aber: Am Sonntag (4. Oktober) steht eine wichtige Sitzung bevor. „Am Sonntag wird die Entscheidung fallen.“ Lercher hat sich dafür von der steirischen SPÖ ein Mandat geben lassen: „Ich habe mir ein Verhandlungsmandat von der steirische SPÖ für die Sitzung am Sonntag ausstellen lassen für eine Stimme im Gremium“. Welche konkreten Entscheidungen dort getroffen werden, ließ er offen.
Was wird aus Babler?
Damit rückt auch die Frage nach der weiteren Rolle von Bundesparteichef Andreas Babler in den Mittelpunkt. Auf die Frage nach Babler oder Zeiler legte sich Lercher bei der Pressekonferenz öffentlich nicht auf eine Person fest. Stattdessen verwies er auf das weitere Prozedere und die internen Gespräche. „Wir werden hier nicht ausbreiten, wer was gesagt hat. Das besprechen wir in den Gremien.“ Gleichzeitig rechnet Lercher damit, dass der Sonntag nicht ohne Folgen bleiben wird: „Ich gehe davon aus, dass die Gespräche am Sonntag Auswirkungen auf die Sozialdemokratie haben werden.“
„Nicht schlecht machen“
Lercher betonte, dass es ihm dabei nicht um persönliche Auseinandersetzungen geht. „Mir geht es nicht um die persönlichen Befindlichkeiten. Ich fahr nicht dahin, um jemanden schlecht zu machen. Ich will einen Beitrag für die Sozialdemokratie leisten, damit wir zusammenführen und nicht trennen“, sagte er. Schon zuvor hatte die SPÖ Steiermark in einer Aussendung ein rasches und professionelles Vorgehen gefordert. Auch ein Treffen der Landesparteivorsitzenden wird unterstützt.
Fokus auf die SPÖ
Lercher sieht die Partei derzeit zu stark mit sich selbst beschäftigt. Sein Ziel sei deshalb, die internen Fragen rasch zu klären und den Blick wieder nach außen zu richten. „Den einen Weg gibt es nicht, schön wäre es, wenn wir unsere Verantwortung wahrnehmen und einen gemeinsam Weg gehen“, sagte Lercher. Was die Zeiler-Kandidatur konkret für Babler bedeutet, ist damit weiter offen. Mehr Klarheit soll die Sitzung am Sonntag bringen.
Fellner fordert Treffen
Auch Kärntner Landeshauptmann Daniel Fellner hatte sich laut Lercher für ein Treffen der Landesparteivorsitzenden ausgesprochen. Lercher unterstützt diesen Schritt. Bei der Sitzung soll vor allem geklärt werden, wie das weitere Vorgehen in der aktuellen Vorsitzdebatte aussehen soll. Ziel sei es, innerhalb der Partei eine gemeinsame Linie zu finden.