Steiermark: Über 45.000 ohne Beschäftigung, weniger offene Stellen
Der steirische Arbeitsmarkt bleibt angespannt: Ende September waren 45.771 Menschen in der Steiermark arbeitslos gemeldet oder in Schulung. Besonders Frauen und Menschen über 50 sind vom Anstieg betroffen.
Zu Herbstbeginn verschärft sich die Lage am steirischen Arbeitsmarkt. Ende September waren 37.501 Personen beim AMS Steiermark als arbeitslos vorgemerkt. Das sind 2.082 Menschen oder 5,9 Prozent mehr als im September des Vorjahres. Dazu kommen 8.270 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Schulungen. Insgesamt sind damit aktuell 45.771 Steirerinnen und Steirer ohne Beschäftigung oder in Schulung – ein Plus von 5,1 Prozent.
„Situation am steirischen Arbeitsmarkt weiterhin angespannt“
AMS-Landesgeschäftsführer Karl-Heinz Snobe rechnet in den kommenden Monaten mit einem weiteren Anstieg. „Zu Herbstbeginn bleibt die Situation am steirischen Arbeitsmarkt weiterhin angespannt und allein schon aus saisonalen Gründen wird die Zahl der arbeitslosen Personen in den nächsten Monaten weiter steigen“, erklärt er. Für das gesamte Jahr erwartet das AMS im Schnitt rund 41.000 arbeitslose Menschen in der Steiermark.
Frauen stärker betroffen
Ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt deutliche Unterschiede. Bei Frauen stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 8,2 Prozent auf 17.700 Personen. Bei Männern lag das Plus bei 3,9 Prozent. Auch Menschen über 50 sind stark betroffen: 13.027 Personen dieser Altersgruppe waren Ende September arbeitslos gemeldet, um 8,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der unselbständig Beschäftigten wird mit rund 553.000 angegeben und bleibt damit nahezu unverändert. Die geschätzte Arbeitslosenquote liegt in der Steiermark bei 6,4 Prozent. Österreichweit beträgt sie laut den vorläufigen Zahlen 7,1 Prozent.
Weniger offene Stellen
Während mehr Menschen arbeitslos gemeldet sind, ist gleichzeitig die Zahl der verfügbaren Stellen gesunken. Ende September waren beim AMS Steiermark 10.149 sofort verfügbare offene Stellen gemeldet. Das entspricht einem Rückgang von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein im September kamen 6.175 neue freie Stellen dazu – um 8,7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Je nach Branche zeigt sich allerdings ein unterschiedliches Bild. Besonders stark stieg die Zahl der Arbeitslosen bei Medien- und IT-Dienstleistungen mit 17,5 Prozent. Bei Reparaturen und sonstigen Dienstleistungen lag das Plus bei 12,1 Prozent, bei der Gebäudebetreuung bei 12,6 Prozent. In Verkehr und Lagerei ging die Arbeitslosigkeit hingegen um 9,4 Prozent zurück.
Große Unterschiede zwischen steirische Bezirke
Auch zwischen den steirischen Bezirken gibt es deutliche Unterschiede. Den stärksten Anstieg der Arbeitslosigkeit verzeichnete Mürzzuschlag mit 16,2 Prozent. In Murau und Weiz lag das Plus jeweils bei 10,2 Prozent. Graz weist mit 20.442 arbeitslosen Personen den höchsten Bestand auf, die Zunahme gegenüber dem Vorjahr beträgt dort 5,9 Prozent. In Liezen blieb die Lage mit einem Rückgang von 0,1 Prozent nahezu unverändert. Hartberg verzeichnete ein Plus von 2,9 Prozent, Feldbach von 3,1 Prozent und Deutschlandsberg von 3,4 Prozent.
NEOS fordert Ausbau
Auch die NEOS reagieren auf die aktuellen AMS-Zahlen. Klubobmann Niko Swatek sieht vor allem beim Anstieg der Arbeitslosigkeit unter Frauen Handlungsbedarf und fordert mehr Kinderbetreuungsplätze sowie Entlastungen für Betriebe. „Wer mehr Frauen in Beschäftigung bringen will, muss endlich für ausreichend Kinderbetreuungsplätze sorgen und gleichzeitig unsere Betriebe entlasten“, so Swatek. Die NEOS fordern unter anderem eine Fixplatzgarantie und längere Öffnungszeiten in der Kinderbetreuung sowie kürzere Genehmigungsverfahren und weniger Bürokratie für Unternehmen.
Neuer Leiter beim AMS
Parallel zu den neuen Arbeitsmarktzahlen gibt es auch eine personelle Änderung beim AMS Steiermark. Christian Repnik übernimmt mit 1. Oktober die Leitung der Abteilung „Service für Unternehmen“ in der Landesgeschäftsstelle. Zuvor stand er 17 Jahre an der Spitze der SIP Personalservice GmbH. Repnik folgt auf Helge Röder, der zum stellvertretenden Landesgeschäftsführer des AMS Salzburg bestellt wurde. Mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des „Service für Unternehmen“ betreuen steiermarkweit Betriebe, nehmen offene Stellen entgegen, vermitteln Arbeitskräfte und beraten unter anderem zu Förderungen und arbeitsplatznahen Ausbildungen.