Land Steiermark legt neue Flächen für Windkraft und Photovoltaik fest
In der Steiermark werden neue Flächen für Windkraft und Photovoltaik ausgewiesen. Gleichzeitig wächst die Fläche, auf der keine Windräder errichtet werden dürfen. Das hat die Landesregierung am 1. Oktober beschlossen.
16 neue Vorrang- und Eignungszonen für Windenergie sollen in der Steiermark dazukommen. Sie umfassen rund 4.000 Hektar und damit 0,24 Prozent der Landesfläche. Laut Land ergibt sich daraus ein zusätzliches Ausbaupotenzial von rund 450 bis 700 Megawatt. Insgesamt stehen damit 25 Vorrangzonen und drei Eignungszonen mit rund 8.560 Hektar für Windenergie zur Verfügung. Gleichzeitig werden die Ausschlusszonen deutlich größer. Rund 40.000 Hektar kommen neu dazu. Damit sind laut Land insgesamt 444.220 Hektar beziehungsweise rund 27 Prozent der steirischen Landesfläche für Windenergieanlagen ausgeschlossen.
Pläne geändert
Vor dem Beschluss konnten Stellungnahmen zur geplanten Änderung abgegeben werden. Insgesamt gingen 716 davon ein und wurden laut Land fachlich und rechtlich geprüft. Das hatte auch konkrete Folgen: Die Eignungszonen „Steineck-Kammern“ und „Perchauer Eck“ werden nicht weitergeführt. Als Gründe nennt das Land unter anderem Rückmeldungen betroffener Gemeinden sowie zusätzliche Einwände aus Natur- und Vogelschutz. Auch vier Vorrangzonen wurden angepasst. Berücksichtigt wurden laut Land etwa militärische Tiefflugstrecken, größere Abstände zu Wohngebäuden und der Schutz eines wertvollen Biotops. Maßnahmen für Lebensräume von Birk- und Auerwild bleiben ebenfalls bestehen und wurden teilweise genauer festgelegt.
Solarstrom in Kapfenberg
Auch in Kapfenberg gibt es neue Pläne. Rund 66 Hektar werden dort als Energie-Sonderstandorte für großflächige Photovoltaikanlagen ausgewiesen. Rund 42 Hektar betreffen die Erweiterung der „Deponie Emberg“, weitere 24 Hektar den neuen Standort „Emberg Süd“. Die Flächen liegen nahe dem Werksgelände von Voestalpine-Böhler Kapfenberg. Nach Angaben des Landes sind sie bereits technisch beziehungsweise baulich vorbelastet und betreffen keine hochwertigen landwirtschaftlichen Produktionsflächen. Der dort erzeugte Strom soll direkt für industrielle Prozesse genutzt werden können.
Verfahren werden kürzer
Mit einer weiteren Verordnung legt das Land außerdem sogenannte Beschleunigungsgebiete fest. Dazu zählen 29 Vorrangzonen aus dem Sachprogramm Solarenergie sowie Sonderstandortflächen in Kapfenberg und Leoben. Zusammen umfassen sie 724 Hektar. Für diese Flächen liegen laut Land bereits strategische Umweltprüfungen samt Umweltberichten vor. Projekte für erneuerbare Energie sollen dort künftig in vereinfachten und beschleunigten Verfahren genehmigt werden können. Die Steiermark setzt damit nach eigenen Angaben Vorgaben der EU-Richtlinie RED III um.