„Fast vom Stockerl gefallen“: Franz Küberl erhält päpstlichen Orden
Damit hatte selbst Franz Küberl nicht gerechnet: Der langjährige Caritas-Präsident wurde am Samstag mit einer der höchsten Auszeichnungen aus dem Vatikan geehrt.
Eine außergewöhnliche Auszeichnung für einen der bekanntesten Steirer aus dem Sozialbereich: Franz Küberl ist am Samstag in Seggauberg mit dem päpstlichen Gregoriusorden ausgezeichnet worden. Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl überreichte dem früheren steirischen Caritas-Direktor und ehemaligen Präsidenten der Caritas Österreich den Orden „Ordine Commendatore di San Gregorio Magno“. Er zählt zu den hohen päpstlichen Auszeichnungen.
Große Verdienste um Mariatrost
Gewürdigt wurde damit Küberls langjähriger Einsatz für die katholische Kirche in der Steiermark. Besonders hervorgehoben wurde sein Engagement für den Erhalt und die Sanierung der Basilika Mariatrost in Graz. Als Obmann des Vereins „Freunde und Förderer der Basilika Mariatrost“ setzt sich der 1956 geborene Steirer für den Erhalt des bekannten Grazer Wallfahrtsortes ein. Mariatrosts Pfarrer Dietmar Grünwald würdigte bei der Verleihung nicht nur Küberls Einsatz für die Basilika, sondern auch dessen Fähigkeit, andere Menschen für eine gemeinsame Sache zu gewinnen. Mit einem Augenzwinkern stellte Grünwald fest, dass Mariatrost nun neben einer „Basilika minor“ auch einen „päpstlichen Ritter“ habe.
Jahrzehnte im Zeichen der Caritas
Untrennbar verbunden ist Küberls Name aber vor allem mit der Caritas. Viele Jahre prägte er die Hilfsorganisation sowohl in der Steiermark als auch österreichweit. Die steirische Caritas-Direktorin und österreichische Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler erinnerte bei der Feier an Küberls jahrzehntelangen Einsatz für Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Sein Handeln sei stets von zwei Fixpunkten bestimmt gewesen: „durch Gott und den Menschen“. Sie würdigte zudem seinen Mut, gesellschaftliche Probleme anzusprechen und dort hinzusehen, wo andere lieber wegschauten.
„Fast vom sprichwörtlichen Stockerl gefallen“
Küberl selbst machte bei der Verleihung keinen Hehl daraus, wie überraschend die Nachricht für ihn gekommen war. Als er von der geplanten Ehrung erfahren habe, sei er „fast vom sprichwörtlichen Stockerl gefallen“. „So eine hohe Auszeichnung zu bekommen, war ja für mich in meinem Lebensbuch nicht vorgesehen“, sagte Küberl. Danach habe sich die Überraschung rasch in große Freude verwandelt. Seinen Dank richtete der Geehrte vor allem an jene Menschen, die ihn über Jahrzehnte begleitet haben: Mitarbeiter, Menschen in Not, Freunde und insbesondere seine Familie. Viele Wegbegleiter hätten eine solche Auszeichnung ebenso verdient, betonte Küberl.