Unwetter-Chaos in Tirol: Mure schneidet hinteres Pitztal komplett ab
Nach Murenabgängen am gestrigen Montag ist das hintere Pitztal derzeit von der Außenwelt abgeschnitten. Teile der L16 wurden weggerissen. Zudem kommt es wegen Reparaturen zu einem großflächigen Stromausfall.
Schwere Unwetter haben im Tiroler Oberland eine Spur hinterlassen. Wie das Land Tirol in einer aktuellen Aussendung mitteilt, haben Muren im Bereich des Bichlbachs und des Hairlachbachs am gestrigen Montag die L16 Pitztalstraße im Gemeindegebiet von St. Leonhard (Tirol) schwer getroffen. Die Pitze trat stellenweise über die Ufer und überflutete das Areal. Die Landesstraße ist auf einer Länge von rund 500 Metern verschüttet, unterspült oder teilweise komplett weggebrochen. Zudem sind vier Brücken betroffen.
Totalsperre und Stromabschaltung
Die L16 musste zwischen den Ortsteilen Hairlach und Eggenstall für den gesamten Verkehr gesperrt werden – die Dauer ist derzeit nicht absehbar. Da eine Mure auch eine Stromleitung freigelegt hat, muss die Stromversorgung im hinteren Pitztal ab dem Ortsteil Scheibrand für mehrere Stunden komplett unterbrochen werden. Dadurch wird voraussichtlich auch das Mobilfunknetz ausfallen. Für die Bevölkerung wurde ein Notfallplan aktiviert: Da das Tal für normale Fahrzeuge nicht erreichbar ist (nur Einsatzkräfte können über einen Notweg einfahren), wurden alle Feuerwehrhäuser als Florianstationen dauerhaft besetzt. Bürger können sich bei medizinischen Notfällen direkt dorthin wenden.
Weitere Muren im Stanzertal und in Zams
Die Unwetterfront traf auch andere Regionen. Im Gemeindegebiet von Flirsch verlegte eine Mure die L68 Stanzertalstraße im Bereich des Rammelbachs. Hier laufen die Aufräumarbeiten bereits auf Hochtouren, die Straße soll noch am heutigen Dienstagvormittag wieder freigegeben werden. Auch die B171 Tiroler Straße im Gemeindegebiet von Zams wurde im Bereich Finais vermurt, blieb jedoch zumindest einspurig befahrbar und soll im Laufe des Tages wieder komplett sauber sein.