Abzocke an der Zapfsäule? Land Tirol schaltet eControl ein
Warum ist Tanken in Tirol oft deutlich teurer als im Rest Österreichs? Das Land Tirol geht jetzt mit einer Preisuntersuchungskommission in die Offensive und beantragt eine eControl-Sonderprüfung beim Bund.
Ob auffallende Preisunterschiede zwischen Ost- und Westösterreich oder saftige Preisgefälle innerhalb des eigenen Bundeslands: Viele Tiroler ärgern sich beim Tanken regelmäßig über hohe Spritpreise. Damit soll nun Schluss sein: Das Land Tirol setzt eine Preisuntersuchungskommission ein, um dem sogenannten „Tiroler Sprit-Aufschlag“ auf den Grund zu gehen. Am Freitag stimmten Landeshauptmann Anton Mattle und LHStv. Philip Wohlgemuth mit Wirtschaftsprofessor Gottfried Tappeiner sowie der Arbeiterkammer Tirol das genaue Vorgehen ab.
eControl-Sonderprüfung beim Bund beantragt
Um den Kontrolldruck auf Mineralölkonzerne und Tankstellenbetreiber zu erhöhen, geht Tirol noch einen Schritt weiter: LH Mattle hat bei der Bundesregierung direkt eine Sonderprüfung durch die Regulierungsbehörde eControl beantragt. Die Expertenkommission soll objektiv und ergebnisoffen prüfen:
- wie sich die Preise für Diesel und Super 95 in den Regionen entwickeln,
- ob Preisunterschiede durch sachliche Kostenfaktoren (z. B. Transport) erklärt werden können,
- und wie schnell Sinkende Beschaffungskosten an die Konsumenten weitergegeben werden.
Mattle: „Mehr funktionierender Markt mit fairen Preisen“
„Wir werden ungerechtfertigte Preisunterschiede und regionale Ungerechtigkeiten bei den Spritpreisen bekämpfen“, betont Landeshauptmann Anton Mattle. Sein Ansatz sei nicht weniger Markt, sondern ein funktionierender Markt mit fairen Preisen. Auch LHStv. Philip Wohlgemuth stellt klar: „Die Tiroler haben ein Recht darauf zu erfahren, warum sie beim Tanken regelmäßig stärker zur Kasse gebeten werden. […] Wenn sich Preisunterschiede nicht sachlich erklären lassen, müssen wir handeln.“ Auf Basis der Ergebnisse behält sich das Land rechtliche und behördliche Schritte vor.