Tiroler Umzugsfirma hilft Gewaltopfern kostenlos beim Siedeln: Jetzt laufen sie 24 Stunden für Frauenhäuser
Zwei Tiroler helfen gewaltbetroffenen Frauen kostenlos beim Umzug. Dieses Wochenende sammeln sie bei einem 24-Stunden-Lauf zusätzlich Spenden für Frauenhäuser.
Ein Umzug bedeutet für viele Menschen einen Neuanfang. Für Frauen, die Gewalt erlebt haben, kann er jedoch noch viel mehr bedeuten: den Weg aus einer gefährlichen Situation und den Start in ein neues Leben. Genau hier setzt die Tiroler Firma Keinschreck an. Markus Lintner und Clemens Horky helfen betroffenen Frauen kostenlos beim Übersiedeln – sowohl in ein Frauenhaus als auch von dort in eine eigene Wohnung.
Eine Fahrt brachte die Idee ins Rollen
Entstanden ist die Initiative eher zufällig. Wie Ö3 berichtet, transportierten die beiden für ein Frauenhaus ein Schild mit der Aufschrift „Hellwach bei Gewalt an Frauen“. Die Botschaft ließ sie nicht mehr los. Schließlich entschieden sie, ihre Arbeit dort einzusetzen, wo sie unmittelbar helfen können: bei Umzügen von Frauen, die Gewalt erlebt haben. Wie ernst solche Situationen sein können, zeigte sich bereits beim ersten Einsatz. Laut Ö3 befand sich der Partner der betroffenen Frau noch vor Ort, zudem bemerkten die Helfer Waffen. Schließlich wurde die Polizei hinzugezogen. Seither kommen die Männer erst zum Einsatz, wenn das Frauenhaus beziehungsweise die Polizei grünes Licht gibt.
Kostenlos helfen, wo Hilfe gebraucht wird
Mittlerweile erreichen die Tiroler auch Anfragen von außerhalb des Bundeslandes. Einen Tag pro Woche stellen sie laut Ö3 kostenlos für die Initiative zur Verfügung. Aus der ursprünglichen Idee soll zudem etwas Größeres entstehen: Gemeinsam mit dem gemeinnützigen Umzugsverein Kraftakt soll die Unterstützung weiter ausgebaut werden. Dabei geht es nicht nur darum, Möbel und Umzugskartons von A nach B zu bringen. Die Initiative möchte auch andere Menschen dazu bewegen, hinzuschauen und selbst aktiv zu werden.
Dieses Wochenende laufen sie 24 Stunden für Frauenhäuser
Und genau dafür setzen die Helfer an diesem Wochenende ein weiteres Zeichen. Am 3. und 4. Oktober treten sie beim „From 13 to 13“ am Baggersee Rossau in Innsbruck an. Das Ziel: 24 Stunden, sechs Kilometer pro Runde und insgesamt 30 Runden. Dafür sucht Keinschreck Sponsoren, die für jede absolvierte Runde einen Geldbetrag beisteuern. 100 Prozent der dabei gesammelten Spenden sollen an die AÖF – Autonome Österreichische Frauenhäuser gehen, wie Keinschreck auf Instagram ankündigt. „30 Runden. 24 Stunden. Ein Ziel: gemeinsam etwas bewegen“, heißt es im aktuellen Beitrag. Wer die Aktion unterstützen möchte, kann sich laut Keinschreck per Instagram-Nachricht mit dem Stichwort „Spende“ melden.
Hilfe für Betroffene
Wer selbst Gewalt erlebt oder sich um eine Frau im eigenen Umfeld sorgt, erreicht die österreichweite Frauenhelpline gegen Gewalt unter 0800 222 555. Sie ist rund um die Uhr kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym erreichbar und vermittelt bei Bedarf auch an regionale Beratungsstellen und Schutzunterkünfte.