Psychologen schlagen Alarm: Dieser TikTok-Trend kann krank machen
Psychologen schlagen Alarm: Der Social-Media-Trend „SkinnyTok“ verbreitet extrem dünne Körperideale und ungesundes Essverhalten. Fachleute warnen vor erheblichen Risiken für die psychische Gesundheit junger Menschen.
Der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) warnt eindringlich vor einem aktuellen Social-Media-Phänomen auf TikTok, das unter dem Begriff „SkinnyTok“ bekannt ist. Dabei werden extrem dünne Körperbilder idealisiert und teils problematische Ernährungsweisen verbreitet, die vor allem junge Nutzerinnen und Nutzer stark beeinflussen können.
Trend außer Kontrolle: Experten warnen vor „SkinnyTok“
Im Zentrum des Trends stehen Inhalte, in denen sehr schlanke Körper als Schönheitsideal dargestellt werden – häufig verbunden mit Videos, die Essverhalten unter dem Motto „What I eat in a day“ zeigen. Laut Fachleuten kann dabei der Eindruck entstehen, ein extrem niedriges Körpergewicht sei erstrebenswert, was aus psychologischer Sicht als hochriskant eingestuft wird. Besonders alarmierend ist laut Expertinnen und Experten die Wirkung auf Jugendliche. Studien weisen darauf hin, dass sogenannte „Thinspiration“-Inhalte den sozialen Vergleich verstärken, negative Gefühle fördern und das Bedürfnis nach Kontrolle über den eigenen Körper erhöhen können. Dies könne in manchen Fällen zu zwanghaftem Verhalten wie starkem Kalorienzählen, übermäßigem Sport oder sozialem Rückzug führen und im schlimmsten Fall Essstörungen wie Anorexia Nervosa begünstigen. Eine zusätzliche Rolle spielen sogenannte parasoziale Beziehungen. Dabei handelt es sich um einseitige Bindungen, die Nutzerinnen und Nutzer zu Influencerinnen und Influencern aufbauen, obwohl kein tatsächlicher persönlicher Kontakt besteht. Diese scheinbare Nähe kann die Wirkung der Inhalte zusätzlich verstärken und die Orientierung an problematischen Vorbildern fördern. Besonders Jugendliche gelten als gefährdet, da sie sich in einer sensiblen Entwicklungsphase befinden. Identität, Körperbild und soziale Zugehörigkeit sind in dieser Zeit noch stark im Wandel, wodurch externe Einflüsse aus sozialen Medien besonders wirksam werden können. Laut EU-Erhebungen sind bereits viele Jugendliche im Netz mit Inhalten rund um Essstörungen konfrontiert worden.
„SkinnyTok ist kein harmloser Trend, sondern stellt ein großes Risiko dar“
Zwar hat TikTok den Hashtag #SkinnyTok inzwischen gesperrt, dennoch betonen Fachleute, dass ähnliche Inhalte weiterhin über andere Begriffe und Kanäle auffindbar bleiben. Der BÖP fordert daher verstärkte Präventionsmaßnahmen sowie eine offene gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema. „SkinnyTok ist kein harmloser Trend, sondern stellt ein großes Risiko für die mentale und körperliche Gesundheit von Jugendlichen dar. Besonders junge Menschen sind gefährdet, da sich ihr Selbstbild noch entwickelt. Wir setzen uns dafür ein, dass umgehend Präventionsmaßnahmen geschaffen werden, um der hohen Prävalenz von Essstörungen entgegenzuwirken“, unterstreicht a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger, Präsidentin des Berufsverbands Österreichischer Psychologinnen und Psychologen.