Bis zu 60 Grad im Auto – Kinder und Tiere nicht sitzen lassen
Ein in der Sonne geparktes Auto wird in wenigen Minuten zur lebensgefährlichen Falle. ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl stellt klar: Ein offener Fensterspalt hilft nicht – die Luft im Innenraum erreicht rasch bis zu 60 °C.
Ein hochsommerliches Wochenende mit Temperaturen über 30 °C steht in Österreich bevor. Passend dazu richtet der ÖAMTC einen dringenden Appell an alle Autofahrer: Lasse niemals Kinder, Haustiere oder empfindliche Personen im geparkten Fahrzeug zurück. In der prallen Sonne steigen die Temperaturen im Innenraum innerhalb weniger Minuten um 15 bis 20 °C an. ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl warnt vor den Folgen: „Ein in der Sonne geparktes Auto kann innerhalb weniger Minuten zu einer lebensgefährlichen Hitzefalle für Kinder, Tiere und empfindliche Personen werden. Die Fenster einen Spalt offen zu lassen, hilft so gut wie nichts – die Luftzirkulation ist zu gering.“ Auch der Tierschutz Austria warnt: „Unsere Haustiere können sich nicht selbst schützen – sie brauchen unsere Aufmerksamkeit und Fürsorge“, so Sprecher Martin Aschauer.
Ein Praxistest des Mobilitätsclubs zeigt:
Bereits nach einer Viertelstunde erreicht die Luft im Auto bis zu 45 °C. Bei längerer Standzeit erhitzen sich die Luft auf bis zu 60 °C und das Armaturenbrett auf bis zu 80 °C. Ab 45 °C besteht für Kinder und Tiere akute Lebensgefahr. Babys dehydrieren extrem schnell, und Tiere leiden zusätzlich unter ihrem dicken Fell.
Was hilft und wie man im Ernstfall richtig reagiert
Gegen die extreme Aufheizung helfen laut ÖAMTC schattige Parkplätze und außen angebrachte, silberbeschichtete Folien an der Windschutzscheibe – diese senken die Innenraumtemperatur um 10 bis 15 °C.
Wer an einem heißen Tag ein Kind oder ein Tier in einem geparkten Auto entdeckt, sollte schnell handeln:
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- Halter suchen: Zunächst versuchen, die Fahrzeughalter ausfindig zu machen und den Zustand des Insassen einzuschätzen.
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- Notruf wählen: Ist die Situation noch nicht akut lebensbedrohlich, sind umgehend Polizei oder Feuerwehr zu verständigen.
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- Scheibe einschlagen: „Besteht unmittelbare Gefahr, ist das Einschlagen der Scheibe als letztes Mittel zulässig“, so die Experten des ÖAMTC.
Hitzschlag bei Tieren erkennen und sofort handeln
„Starkes Hecheln, Unruhe oder gerötete/blasse Schleimhäute können erste Warnsignale sein“, so der Tierschutz Austria in einer aktuellen Aussendung. Dann solltest du sofort handeln: Das Tier in den Schatten oder kühlen Raum bringen. Mit lauwarmem/kühlem Wasser (kein Eiswasser!) Pfoten, Bauch, Achseln und Leisten kühlen. Ventilator nutzen – nicht direkt auf das Tier richten. Anschließend den Tierarzt oder Notdienst kontaktieren.
Tipps vom Tierschutz Austria für Besitzer:
Hunde:
- Gassi-Runden nur früh morgens oder spät abends, dazwischen kurze Pausen.
- Immer frisches Wasser mitnehmen.
- Asphalt prüfen: Handtest – bei zu heißem Boden keine langen Spaziergänge.
- Kühlung anbieten: Planschbecken, sichere Kühlmatten, feuchte Tücher oder Ventilator (nicht direkt).
- Langes Fell auf ca. 5 mm kürzen – nicht komplett scheren.
- Kleinere Futterportionen über den Tag verteilen.
- Maulkorb prüfen: Hecheln muss uneingeschränkt möglich sein.
Katzen:
- Trinken fördern mit Trinkbrunnen, Nassfutter oder ungesalzener Brühe im Wasser.
- Kühle Rückzugsorte schaffen: Kühlmatten, nasse Handtücher als „Zelt“, gut belüftete Räume.
- Fell regelmäßig bürsten.
- Ventilatoren nie direkt auf das Tier richten.
- Helle oder kurzhaarige Katzen brauchen tierärztlich geeignete Sonnencreme.
- Innenräume tagsüber abdunkeln, nachts lüften.