Bloß nicht mittags! Die 5 größten Fehler beim Gießen im Sommer (und wie es richtig geht)
Wenn das Thermometer die 30-Grad-Marke knackt, geraten nicht nur wir ins Schwitzen. Auch unsere Pflanzen im Garten kämpfen ums Überleben. Wer jetzt einfach den Sprenger einschaltet, richtet oft mehr Schaden an, als er hilft.
Der größte Fehler im Sommer ist das Gießen in der prallen Mittagssonne. Das Wasser verdunstet, bevor es die Wurzeln erreicht, und Wassertropfen auf den Blättern können wie Brenngläser wirken. Die absolut beste Zeit für die Bewässerung liegt daher zwischen 4.00 und 7.00 Uhr morgens. Da ist der Boden abgekühlt und die Pflanzen können sich für den heißen Tag vollsaugen. Wer lieber abends gießt, riskiert leider Schneckenplagen und Pilzerkrankungen, weil die Blätter über Nacht feucht bleiben.
Selten, aber kräftig gießen
Täglich ein bisschen gießen ist reine Wasserverschwendung. Dadurch feuchtest du nur die oberste Bodenschicht an. Die Folge ist fatal, denn die Pflanzen bilden nur flache Wurzeln und werden extrem empfindlich gegen Trockenheit. Gieße lieber nur alle zwei bis drei Tage, dafür aber ausgiebig und tiefdringend. Das Wasser muss tief in die Erde einsickern, damit die Pflanzen tiefe Wurzeln bilden und sich selbst versorgen können.
Warum du die Blätter links liegen lassen solltest
Halte die Gießkanne oder den Schlauch immer direkt an die Basis der Pflanze, dicht über dem Boden. Das sorgt für minimalen Verdunstungsverlust und schützt die Pflanze gleichzeitig vor Krankheiten. Wenn Blätter bei Hitze nass werden, haben Pilze wie Mehltau leichtes Spiel. Das gilt ganz besonders für empfindliches Gemüse wie Tomaten und Gurken.
Der Geheimtrick: Hacken und Mulchen
Willst du bis zu 50 Prozent Wasser sparen? Dann nutze zwei altbewährte Gärtnertricks. Lockere die oberste Erdschicht regelmäßig mit einer Gartenhacke auf. Das bricht die feinen Kapillaren im Boden auf und stoppt die Verdunstung. Einmal hacken spart zweimal gießen, hieß es schon früher. Zusätzlich kannst du die Beete mit Rasenschnitt, Laub oder Rindenmulch bedecken. Das wirkt wie ein Sonnenschirm für die Erde und hält die Feuchtigkeit extrem lange im Boden.
Hab Mitleid mit dem Rasen
Ein brauner Rasen im Hochsommer sieht zwar nicht schön aus, ist aber meistens nicht tot. Er befindet sich lediglich im Sommerschlaf und erholt sich beim nächsten kräftigen Regen ganz von selbst wieder. Wenn du ihn trotzdem grün halten möchtest, dann gieße ihn richtig, statt ihn täglich einzunebeln. Einmal pro Woche etwa 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter reichen völlig aus.
Töpfe und Kübel sind die Ausnahme
Kübelpflanzen auf dem Balkon oder der Terrasse haben eine Sonderstellung, da sie nur sehr wenig Erde zur Verfügung haben. Sie trocknen bei extremer Hitze extrem schnell aus und brauchen oft sogar zweimal am Tag Wasser, jeweils morgens und abends. Gieße hier so lange, bis das Wasser unten aus dem Topf austritt, um sicherzustellen, dass die gesamte Erde feucht ist.
Mit ein bisschen System und dem richtigen Timing sparst du nicht nur kostbares Wasser, sondern hältst deinen Garten auch bei Rekordhitze knackig grün. Viel Spaß beim Gärtnern!