Heiße Zahlen: So zufrieden sind die Österreicher mit ihrem Liebesleben
Die Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher ist mit ihrem Sexleben zufrieden. Trotzdem gibt es eine Lücke zwischen Wunsch und Realität: Viele hätten gerne häufiger Sex, tun sich aber schwer, ihre Bedürfnisse zu teilen.
Wie zufrieden sind die Menschen in Österreich mit ihrer Sexualität? Eine aktuelle Studie im Auftrag von Parship.at zeigt: Rund zwei Drittel (66 Prozent) der Befragten sind mit ihrem Sexleben glücklich. Besonders spannend: Neun von zehn Österreicherinnen und Österreichern geben an, ihre eigenen sexuellen Bedürfnisse genau zu kennen. Doch Wissen allein bedeutet nicht automatisch, darüber zu sprechen. Für 44 Prozent ist es unangenehm, offen über ihre Wünsche und Bedürfnisse beim Sex zu reden.
Viele wünschen sich mehr Sex
Beim Thema Häufigkeit klaffen Wunsch und Realität deutlich auseinander. Rund ein Drittel der Befragten (34 Prozent) gibt an, mindestens einmal pro Woche sexuell aktiv zu sein. Weitere 20 Prozent haben zumindest einmal im Monat Sex. Der Wunsch nach mehr Nähe ist allerdings größer: 60 Prozent würden gerne mindestens einmal pro Woche Sex haben, 74 Prozent zumindest einmal im Monat. Vor allem bei Männern zeigt sich eine deutliche Differenz: 73 Prozent wünschen sich wöchentlich Sex – tatsächlich erleben das aber nur 38 Prozent. Bei Frauen fällt der Unterschied geringer aus: 47 Prozent wünschen sich mindestens einmal pro Woche Sex, 30 Prozent haben ihn so häufig.
Männer und Frauen sehen Sex unterschiedlich
Auch beim Thema Liebe und Sexualität gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Für mehr als die Hälfte der Männer (55 Prozent) ist guter Sex auch ohne Liebesgefühle möglich. Bei Frauen können sich das nur 36 Prozent vorstellen. Parship-Psychologin Caroline Erb erklärt: „Das eine ist die Quantität, das andere die Qualität und das Erkennen und Ansprechen eigener Wünsche und Bedürfnisse.“ Nähe, Vertrauen und offene Kommunikation seien wichtige Voraussetzungen, um sich fallen lassen zu können.
Offenheit ist da, Scham bleibt
Viele Österreicherinnen und Österreicher stehen selbstbestimmter Sexualität grundsätzlich positiv gegenüber. 79 Prozent finden Selbstbefriedigung gut und wichtig, 72 Prozent legen Wert darauf, beim Sex selbst einen Orgasmus zu erleben. Noch wichtiger ist den meisten aber, dass auch die Partnerin oder der Partner zum Höhepunkt kommt (86 Prozent). Auch bei kleinen Missgeschicken bleibt die Mehrheit entspannt: Acht von zehn Befragten sagen, dass sie sexuelle Pannen mit Humor nehmen können. Trotzdem bleibt Kommunikation ein schwieriges Thema: 44 Prozent fällt es schwer, über ihre sexuellen Wünsche zu sprechen – Frauen etwas häufiger als Männer.
Weniger Sex im Alter, aber gleiche Zufriedenheit
Mit zunehmendem Alter nimmt die Häufigkeit sexueller Aktivitäten zwar ab, die Zufriedenheit bleibt aber stabil. Während 42 Prozent der unter 40-Jährigen mindestens einmal pro Woche Sex haben, sind es bei den über 40-Jährigen 30 Prozent. Am Glück mit dem eigenen Sexleben ändert das kaum etwas: Beide Altersgruppen kommen auf eine Zufriedenheit von 66 Prozent. „Mit den Jahren gewinnen viele Menschen mehr Klarheit über ihre eigene Sexualität. Sie wissen besser, was ihnen guttut und trauen sich eher, ihre Bedürfnisse zu äußern“, sagt Erb.
So unterscheiden sich die Bundesländer
Auch regional gibt es spannende Unterschiede:
- Kärnten: Die Menschen dort kennen ihre sexuellen Bedürfnisse am besten – 96 Prozent wissen genau, was ihnen gefällt.
- Oberösterreich: Hier sind die Menschen mit ihrem Sexleben am zufriedensten (74 Prozent).
- Niederösterreich: Dort fällt es den Befragten am schwersten, über sexuelle Wünsche zu sprechen (51 Prozent).
- Salzburg: Für die Menschen dort ist besonders wichtig, dass auch der Partner oder die Partnerin beim Sex zum Orgasmus kommt (96 Prozent).
- Steiermark: Hier zeigt sich die größte Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit: 71 Prozent wünschen sich mindestens einmal pro Woche Sex, tatsächlich erleben das nur 38 Prozent.
- Tirol: Dort geben die meisten an, ihre Sexualität „voll und ganz“ auszuleben (64 Prozent).
- Wien: Die Wiener fühlen sich am besten aufgeklärt (60 Prozent), wünschen sich aber gleichzeitig besonders häufig mehr Wissen über Sexualität (36 Prozent).
Studieninfos
Die bevölkerungsrepräsentative Studie wurde im Auftrag der Dating-App Parship.at von Marketagent.com mittels Online Access Panel durchgeführt. Vom 18. Dezember 2025 bis 1. Jänner 2026 wurden 1.069 Personen im Alter zwischen 18 und 75 Jahren befragt, davon 667 Personen im Alter zwischen 40 und 75 Jahren