ÖVP-Urgestein feierte 80er bis in die Nacht hinein
Mit Freunden und politischen Weggefährten feierte am Sonntag der ehemalige Villacher ÖVP-Stadtrat Ferdinand Truppe den 80. Geburtstag. Nur seine Parteifreunde von der schwarzen Fraktion vermisste man, von denen war keiner geladen.
Ein Quintett des Grenzlandchores Arnoldstein unter der Leitung von Hedi Preissegger eröffnete den Abend mit einem Ständchen. Sangen dann auch noch für ihn speziell das Lied „Ein fescha Bua“ und tatsächlich sah man Truppe sein Alter keineswegs an. Nachdem, was er während seiner politischen Laufbahn an Unbilden erlebte, hätte es allerdings niemanden überrascht, einen verdrossenen Greis in den Räumlichkeiten des Gasthauses Wallner in Arnoldstein anzutreffen, wohin Truppe geladen hatte. Doch da stand einer auf der Bühne, als hätte er gerade den 50er in den Beinen.
Truppe zieht Bilanz
Doch bevor er in seiner Begrüßungsrede zum Kern kam, bedankte er sich besonders bei seinen früheren politischen Gegnern von der SPÖ für die Zusammenarbeit während seiner Zeit als Stadtrat vor mehr als 30 Jahre in Villach. „Wäre Bürgermeister Helmut Manzenreiter mit seiner Handschlagqualität nicht da gewesen, der mir das Resort Verkehr und Planung anvertraut hatte und mich tatkräftig unterstützte, ich wäre allein zu Hause gesessen. Seitens der ÖVP wurde ich, wo es nur ging, gemieden. Auch Stadtrat Harald Sobe, der damals in den 90er-Jahren als junger Politiker Tür an Tür im Rathaus neben ihm arbeitete, sprach er noch einmal seinen Dank aus. Dann erfolgte die Abrechnung mit der ÖVP, aus der er nach langen Streitigkeiten schließlich ausgetreten ist. Von der er in diesen Tagen politisch sowohl im Land als auch in der Stadt Villach wenig bis nichts vernommen haben will.
Ex-Stadtrat teilt gegen ÖVP aus
„Villach ist überhaupt politisch auf Tauchstation“, grollte er in Richtung Draustadt. Dann ging es ans Eingemachte. Er schilderte, als es Mitte der 90er-Jahre in Villach noch zwei Stadträte für die ÖVP gab. Die Schwarzen seien mit ihm und dem späteren Wirtschaftsboss Franz Pacher die dritte Kraft in der Stadt gewesen. Als Pacher 1995 ging und es mit Nachfolger Helmut Hinterleitner um den Job des Parteivorsitzes in der Stadt ging. „Zum 50er vor 30 Jahren, den ich im Warmbaderhof feierte, bekam ich von der damaligen Vizebürgermeisterin Kircher-Kohl rote Boxhandschuhe geschenkt. Sie ahnte schon, was mit mir bald passieren würde“, erzählt er seinen Freunden sichtlich bewegt. Im Kampf um den Stadtparteisitz gewann Truppe noch gegen Hinterleitner. Vier Wochen später putschten die Parteifreunde Truppe im Rahmen einer Fraktionssitzung weg. Truppe trat aus der Partei aus, war wilder Gemeinderat, gründete eine Bürgerliste und wechselte schließlich zum BZÖ von Jörg Haider. Mit Schrecken erzählte er über das seinerzeitige politische Ende seines Verwandten Landeshauptmann-Stellvertreter Thomas Truppe: „Der erlitt einen Herzinfarkt und wurde von den ÖVP-Leuten noch unter dem Sauerstoffzelt im LKH zum Rücktritt gezwungen.“
Kärntner Schützenverein zeichnet Truppe aus
Er ist heute noch politisch interessiert, ließ er abschließend wissen. Der Kärntner Schützenverein überreichte ihm noch unter Applaus eine Ehrenurkunde und dann ließ er seinen Gästen eine Bananen-Chili-Suppe mit Garnelen servieren. Als Hauptgang stand Kalbsrücken Sous Vide/Kalbsbutterschnitzel, Trüffel-Mousseline/ Portwein-Glace/winterliches Gemüse zur Auswahl. Zum Dessert wurde Schokoparfait/Marzipan-Mousse/Zwetschkenröste angeboten. Mit Truppe speisten und feierten bis spät in die Nacht unter anderen: Stadtrat Erwin Baumann (FPÖ), Dipl. Ing. Manfred Karl, Robert Kohlberger, Siggi Truppe, Mag. Maria Schlossstein, von der Kärntner Landmannschaft: Martin Kucher, Josef Lackner von den Kärntner Freiwilligen Schützen Oberst Bernhard Meurers und Oberst Hans Seiwald, sowie Alfred Wallner, Johann Lach und Bezirksobmann Johann Dorn (Österreichischer Kameradschaftsbund).