
Nach holprigem Neustart: Villacher (26) mischt deutsche Filmszene auf
Eine Kärntner Erfolgsgeschichte. Der 26-jährige Fabio Moser aus Villach brach letztes Jahr seine Zelte in der Heimat ab und versuchte sein Glück in der harten deutschen Filmwelt – mit großem Erfolg.
Der Kärntner Fabio Moser kann wahrlich stolz sein: Der Film „Zusammen ist man weniger getrennt“, bei dem der 26-Jährige für den Ton verantwortlich war, hat den Friedrich-Baur-Goldpreis gewonnen. „Das ist der höchstnotierte Regiepreis in Deutschland“, erklärt Fabio stolz. Doch der Weg zum Erfolg war nicht einfach, wie er gegenüber 5 Minuten erklärt.
Neustart in Deutschland
Fabio Moser kommt zwar ursprünglich aus Villach, doch er lebt aktuell „überall auf der Welt“, wie er gegenüber 5 Minuten erklärt. Begonnen hat seine Karriere in Klagenfurt, wo er neben seiner Ausbildung als Programmierer als Freelancer Imagevideos mit Fokus auf selbst gebauten Drohnen produzierte. „Doch im April letzten Jahres musste ich in meinem Leben etwas ändern. Ich habe meinen Job gekündigt, Familie, Freunde und Hobbys hinter mir gelassen und bin nach Köln gezogen“, berichtet Fabio.
Vom Leben auf der Couch zum Stefan-Raab-Comeback
Vor allem am Anfang war es für den Kärntner auf der großen Bühne nicht einfach. Er arbeitete bei SAT1 als Beleuchter, geschlafen hat er zu dieser Zeit auf der Couch bei der Arbeit. „Gleichzeitig habe ich mit dem deutschen Netflix-Regisseur Michele Gentile an einem amerikanischen Horrorkurzfilm gearbeitet“, erzählt er. Es folgte eine Mitarbeit im Drohnenteam beim Stefan-Raab-Comeback und schließlich lernte Fabio über eine Filmplattform den Filmemacher Alexander Conrads kennen, der noch Crew-Mitglieder für seinen Debüt-Langfilm „Zusammen ist man weniger getrennt“ suchte.
Dreh mit viel Herz – aber ohne Geld
Selbstfinanziert und ohne Förderung startete der Dreh im Oktober 2024, wobei Alexander Drehbuch, Regie, Kamera, Produktion und Schnitt und Fabio den Set-Ton übernahm. Eine positive Herausforderung für den Kärntner: „Ich hatte zwar schon einmal eine Tonangel gehalten, aber nun Schauspieler für einen Langfilm zu verkabeln, zu angeln und gleichzeitig zu mischen, war für mich eine wundervolle Erfahrung.“ Bei dem Dreh waren alle mit Herzblut dabei, wie Fabio betonte, denn: „Geld gab es keines.“ Unter den Schauspielern waren bekannte Gesichter wie Johanna Gastdorf (Gewinnerin des Deutschen Fernsehschauspielpreises 2024) und Amer El-Erwadi (Dune 2).
Goldpreis für „Zusammen ist man weniger getrennt“
Und die harte Arbeit hat sich bezahlt gemacht: Bei den internationalen Hofer-Filmtagen wurde „Zusammen ist man weniger getrennt“ mit dem Friedrich-Baur-Goldpreis ausgezeichnet. „Jetzt hoffen wir, dass wir mit Verleihern in die Kinos kommen – und vielleicht auch in Österreich laufen werden. Denn Kino in die Heimat zu bringen, das wäre mein allergrößter Traum“, schwärmt Fabio, der bereits große Zukunftspläne hat: „Aktuell arbeite ich als Schnittassistenz bei The End of Alzheimer und reise in zwei Wochen wieder in die USA, um die Ankunft von Dr. Judy Benjamin zu filmen. Danach geht es nach Uruguay, und im Februar bin ich dann bei den Olympischen Winterspielen im Live-Drohnenteam dabei.“
Über „Zusammen ist man weniger getrennt“:
Sophie und Jojo sind seit einem halben Jahr getrennt, leben aber immer noch zusammen wie ein Paar. Erst als Sophies Eltern – denen sie die Trennung bisher verschwiegen hat – ihre finanzielle Unterstützung daran knüpfen, dass Sophie mit Jojo ein Kind bekommt, kommt Bewegung ins festgefahrene Leben der beiden Millennials.