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Foto zu einem Beitrag von 5min.at: Villach im Winter von oben fotografiert.
Heute wurde der Budgetvoranschlag für das Jahr 2026 im Villacher Gemeinderat beschlossen.

Keine Neuverschuldung: Villacher Gemeinderat beschloss Budgetvoranschlag

Der Budgetvoranschlag für 2026 wurde am heutigen Freitag im Gemeinderat angenommen. Es gibt keine neuen Schulden.

von Marlene Dorfer Das Foto auf www.5min.at zeigt Marlene Dorfer aus der Kärnten Redaktion.
3 Minuten Lesezeit(673 Wörter)
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Der Gemeinderat der Stadt Villach hat heute den Budget-Voranschlag von Finanzreferent Bürgermeister Günther Albel für das Jahr 2026 mit den Stimmen von SPÖ, FPÖ, ÖVP und Grünen angenommen, heißt es in einer Aussendung.

„Spektakulärer Kraftakt zum Wohle Villachs“

„Es ist uns gelungen, die Neuverschuldung auf Null zu stellen. Trotzdem stehen wir verlässlich an der Seite von Menschen und Wirtschaft“, sagt Albel. Er nennt den Voranschlag „in Zeiten von Rekordinflation und österreichweit sinkender Wirtschaftskraft“ einen „spektakulären Kraftakt zum Wohle Villachs“. Bewältigen musste ihn die Stadt im Alleingang – mit Hilfe eines konsequenten Sparprogramms. „Was wir gelernt haben: Von Bund und Land Kärnten ist in den nächsten Jahren wohl keine Hilfe zu erwarten.“

Keine Netto-Neuverschuldung

Wichtigste Kennzahl für das kommende Jahr: Die Stadt Villach wird erstmals seit zehn Jahren keine Netto-Neuverschuldung haben. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts war dies erst sechs Mal der Fall. In Summe werden Einnahmen von 283,5 Millionen Euro und Ausgaben von 295,6 Millionen Euro ein Minus von 12,1 Millionen Euro ergeben. Das ist eine Verbesserung um 1,6 Millionen Euro zum Voranschlag 2025.

24,5 Millionen Euro für Investitionen – plus ein Sonderprojekt

Für Investitionen (ohne „Altlastensanierung Auenpark“) werden zusätzlich 24,5 Millionen Euro bereitstehen. Das ist weniger als in den Jahren davor, heißt es weiter. „Der enorme Spardruck hat Konsequenzen: Wenn kaum Geld zur Verfügung steht, können wir es auch nicht ausgeben“, sagt Albel. Dennoch sei es gelungen, den Bürgern der Stadt und der regionalen Wirtschaft stark und verlässlich zur Seite zu stehen. „Wir werden auch 2026 hunderte Vereine mit insgesamt 4,4 Millionen Euro an Subventionen unterstützen. Damit honorieren wir wichtige Arbeit für die Gesellschaft. Gleichzeitig arbeiten wir konsequent an unseren Großprojekten weiter.“ Albel nennt die neue Markthalle am Kaiser-Josef-Platz, die zweite Eisfläche bei der Stadthalle und die geplanten Stadtentwicklungsviertel beim Westbahnhof und beim Landeskrankenhaus. Hinzu kommt die Altlastensanierung der Deponie Auenpark: 400.000 Kubikmeter Hausmüll sollen entsorgt und das versiegelte Areal in wertvolle Wirtschafts Expansionsfläche umgewandelt werden. Dieses Projekt führt zu einer Besonderheit im 2026er Budget: Es wird zwar nur zu einem kleinen Teil von der Stadt Villach finanziert, ist aber aufgrund der Abwicklungs-Formalitäten im Voranschlag zur Gänze einnahmen- und ausgabenseitig abzubilden. Auch Villachs Infrastruktur wird verbessert: 2026 werden für Straßensanierungen und Radweg-Verbesserungen in Summe rund 6,4 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Neuerungen bei Sozialleistungen

Zu den größten Themen im Budget gehört der Bereich „Soziales“. In Summe fließen hier 41,9 Millionen. Neue Projekte betreffen etwa „Housing First“, mit dem Menschen in Wohnnot zu einem Neustart verholfen wird. Mit „Villach hilft“ wird zudem ein Fonds eingerichtet, der – zusätzlich zu vorhandenen Angeboten – Menschen in schwierigen Situationen unterstützen soll. Der Fonds ist mit 100.000 Euro dotiert.

„Das Jahr 2026 ist auf diesem Weg ein großer Schritt“

Dass die Stadt Villach das Budget 2026 ohne Netto-Neuverschuldung bestreiten wird können, hängt eng mit dem sogenannten ViFit-Programm zu tun, heißt es weiter. Dabei erarbeiten Mitarbeiter des Magistrats seit Jahren Spar- und Optimierungsvorschläge. Diese Ideen und eine Nulllohnrunde (2022) leisten einen Beitrag im Wert von rund zehn Millionen Euro. „Mein Dank gilt Allen, die sich an diesem Programm beteiligt haben“, sagt Albel. Auch die Photovoltaik Offensive der Stadt zeige Erfolge: Die Energiekosten werden 2026 um knapp zehn Prozent auf zwei Millionen Euro sinken. „Das Traurige an diesen Erfolgen? Wir finanzieren damit nur die stark steigenden Pflichtabgaben an das Land Kärnten. Uns selbst bleibt von unseren Sparmaßnahmen de facto nichts.“ Das ehrgeizige Ziel sei dennoch, bis 2030 wieder ausgeglichen zu budgetieren. „Das Jahr 2026 ist auf diesem Weg ein großer Schritt.“

Verantwortung ERDE äußert Kritik

Kritik zum Voranschlag gab es jedoch von der Opposition: Verantwortung Erde kritisierte den Budgetentwurf des Bürgermeisters und fasst ihn als „unsozial und unverantwortlich“ zusammen. „Die Behauptung der 0-Neuverschuldung ist ein Buchhaltungstrick der ausblendet, dass der 24 Millionen Euro Kredit für die Eishalle an den „Verein Stadthalle Villach“ ausgelagert, aber zu 100 % von der Stadt gehaftet und abbezahlt wird.“, kritisiert Klubobmann Gerald Dobernig abschließend.

Budgetvoranschlag 2026

Budgetvolumen: 320,1 Millionen Euro (inklusive „Mülldeponie Auenpark“ sind es 358,3 Millionen Euro)

Davon für Investitionen: 24,5 Millionen Euro (sowie weitere 38,2 Millionen Euro für das Projekt „Mülldeponie Auenpark“)

Netto-Neuverschuldung: null

Ertragsanteile vom Bund: 110,1 Millionen Euro

Verpflichtende Abgaben an das Land Kärnten: 71,3 Millionen Euro

Kommunalsteuer: 48,3 Millionen Euro (2025: 48,0 Millionen Euro)

Ausgaben für Soziales: 41,9 Millionen Euro

Ausgaben für Bildung: 36,2 Millionen Euro

Personalkostenanteil am Budget: 22,2% (2025: 22,8%)

„Kelag-Fonds“: 42,6 Millionen Euro (Stand 31.10.2025)

Nicht überwälzbare Schulden: 97,5 Millionen Euro

Pro-Kopf-Verschuldung: 1740 Euro (2025: 1747 Euro)

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 30.11.2025 um 14:55 Uhr aktualisiert
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