Skip to content
/ ©Montage: Canva Pro/Screenshot Google Maps
Wernberg und die Müll-Frage: Monatsrhythmus spaltet die Meinungen
Die Gemeinde äußerte sich gegenüber der Redaktion zum Thema.

Wernberg und die Müll-Frage: Monatsrhythmus spaltet die Meinungen

Seit Jahresbeginn wird Restmüll in Wernberg nur noch einmal pro Monat abgeholt – eine Leserin äußerte sich zur Umstellung gegenüber der Redaktion.

von Nico Deutscher Das Bild zeigt das Profilbild von 5 Minuten-Redakteur Nico Deutscher.
2 Minuten Lesezeit(424 Wörter)

Es begann mit einem leisen, aber dringlichen Hilferuf im Postfach der 5 Minuten-Redaktion: „Ich bin ehrlich gesagt verzweifelt“, schreibt eine Leserin aus Wernberg. Sie schildert, dass sie sich monatelang an Gemeinde, Bürgermeisterin und Verwaltung gewandt habe – jedoch „nie eine sachliche Auskunft“ erhalten habe. Nun sucht sie öffentlich Gehör. Ihr Anliegen betrifft die Müllentsorgung innerhalb des Gemeindegebietes.

Anbieterwechsel nach 40 Jahren

Seit 1. Jänner 2025 holt die Villacher Saubermacher GmbH & Co KG den Restmüll in Wernberg in einem anderen Zeitabstand ab – nun alle vier statt wie bisher alle drei Wochen. Für einige Haushalte ist der Vier-Wochen-Rhythmus eine Herausforderung – insbesondere in den Sommermonaten. Die Leserin berichtet von übervollen Tonnen, Geruchsentwicklung, Fliegen und bei einigen Nachbarn, sogar Mäusen. „Mit einem kleinen Kind ist das einfach nicht tragbar“, ergänzte sie. 5 Minuten hat bei der Gemeinde nachgefragt.

Gemeinde äußerte sich

In einer schriftlichen Stellungnahme, die von Bürgermeisterin Doris Liposchek (SPÖ) und Gemeindevorstand Markus di Bernardo (FPÖ) – dem Referenten für Müllentsorgung – gemeinsam autorisiert wurde, heißt es: Die Neuvergabe sei einstimmig vom Gemeinderat beschlossen worden, um den Markt nach Jahrzehnten neu auszuloten. Die EU-weite Ausschreibung habe den „Villacher Saubermacher“ als Bestbieter hervorgebracht. Dass der Müll nur alle vier Wochen abgeholt werde, sei keine Besonderheit, sondern liege „im Bereich vieler Gemeinden Kärntens“.

Achtest du auf richtige Mülltrennung?

Ja, ich trenne meinen gesamten Müll korrekt.
Ja, aber nur, wenn es nicht zu aufwendig ist.
Manchmal.
Nein, das ist mir egal.
Ich bin mir nicht sicher, ich kenne mich nicht so gut aus.

Gebühren rauf, Abholung runter?

Für die Bürgerin ist die Rechnung klar: Die Leistung hat sich aus ihrer Sicht reduziert, die Gebühren seien dagegen stark gestiegen. Die Gemeinde stellt auch hier ihre Sicht dar: Man sei gesetzlich verpflichtet, kostendeckend zu arbeiten, und nach einigen Jahren sei eine Anpassung nötig gewesen. Am deutlichsten geht die Stellungnahme auf die Hygieneprobleme ein. Hier nimmt die Gemeinde die Haushalte in die Pflicht: Wer Abfälle korrekt trenne und den Biomüll in der Biotonne oder auf dem Kompost entsorge, sollte mit dem Vier-Wochen-Intervall „keine Hygieneprobleme“ haben. Wenn doch, seien die Bürgerinnen und Bürger laut Gemeinde eingeladen, größere oder zusätzliche Tonnen zu beantragen. Zudem verweist die Gemeinde auf eine kostenlose Windeltonne für Pflegefälle (ab Pflegestufe 3) sowie für Familien mit Kindern bis 30 Monaten – das Angebot selbst gibt es seit Herbst.

Zwischen Papierlage und Alltagssorgen

Die Antworten der Bürgermeisterin und des Müllreferenten geben somit einen Einblick in die verwaltungsrechtliche Sicht. Ob der Rhythmus künftig doch noch einmal überdacht wird, oder ob alternative Modelle – etwa Wahloptionen, eine gestaffelte Gebühr, oder ähnliche Angebote wie die Windeltonne – möglich wären, bleibt vorerst offen.

Erzähl auch du deine Geschichte

Die 5 Minuten Redaktion liebt ihre Leser/innen und deren Geschichten. Hast du etwas zu erzählen, das die Österreicher bewegt? Schreibe uns per Mail an redaktion@5min.at. Wir freuen uns auf deine Nachricht!

Du hast einen #Fehler gefunden? Jetzt melden.
Mehr Interessantes