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Das Bild zeigt eine Kurdendemo in Villach.
Rund 200 bis 250 Personen haben sich am Sonntag, dem 1. Feber 2026, in Villach zu einem Rojava-Protestmarsch versammelt.

Video zeigt: „Free Rojava“-Demonstration in Villach

Nach Rojava-Kundgebungen in Klagenfurt folgte nun auch eine Demonstration in Villach. Der angekündigte Protestmarsch wurde von der Polizei überwacht. Bilder des Marsches zeigen YPJ/YPG Flaggen.

von Marlene Dorfer Das Bild auf 5min.at zeigt die Online-Redakteurin Marlene Dorfer.
2 Minuten Lesezeit(383 Wörter)

Am gestrigen Sonntag, dem 1. Feber 2026, wurde nach Klagenfurt auch in Villach demonstriert. Es kam zu einem Aufruf durch die kurdische Gemeinschaft für Rojava. In Klagenfurt gab es bereits zwei Demonstrationen.

Protestmarsch in Villach

Der Protestmarsch begann in Villach am Sonntag um 14 Uhr, am Hauptbahnhof und führte in weiterer Folge durch die Innenstadt. „Mit der Kundgebung soll auf die anhaltenden militärischen und politischen Angriffe auf die kurdische Bevölkerung in Rojava (Nordostsyrien) aufmerksam gemacht sowie Solidarität und Schutz für die Zivilbevölkerung eingefordert werden“, erklärten die Organisatoren gegenüber 5 Minuten.

Polizei war vor Ort

Auch die Villacher Polizei war während der Demonstration, welche angemeldet war, anwesend. Wie Stephan Brozek vom Stadtpolizeikommando Villach im Gespräch mit 5 Minuten mitteilt, ist die Demonstration „überwacht worden und war friedlich.“ Es sei zu keinen Vorfällen oder Anzeigen gekommen. Rund 200 bis 250 Personen waren am Protestmarsch beteiligt.

YPJ/YPG Flaggen bei Protestmarsch

Auf Bildern, die die 5-Minuten-Redaktion erhielt, ist eine Flagge der YPJ sehen. Recherchen zufolge handelt es sich um Frauenverteidigungseinheiten (Frauenmiliz), diese sei mit den männlich geprägten YPG (Volksverteidigungseinheiten) verbunden. Diese können auch in Kontext mit der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gebracht werden. Wie es online auf der Website der Beratungsstelle Extremismus heißt, ist die PKK „eine kurdische Untergrundorganisation mit sozialistischer Ausrichtung, die sich militanter Methoden bedient.“ Laut Bundesgesetz (§ 1 Z 5 und § 2 Symbole-Gesetz) ist das zur Schau stellen, tragen oder verbreiten des Symbols der PKK verboten.

Das Bild zeigt eine Kurdendemo in Villach.
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Bilder des Marsches zeigen YPJ/YPG Flaggen.
©Leser | In Villach fand am gestrigen Sonntag eine Rojava-Demonstration statt.

Pober: „Haben bei uns keinen Platz“

Im Zusammenhang mit der Demonstration in Villach kritisiert ÖVP-Stadtrat Christian Pober das Mitführen von Fahnen der YPG/YPJ. Laut Berichten von Human Rights Watch stehen diese Gruppierungen unter anderem im Verdacht, Kindersoldaten zu rekrutieren und gegen grundlegende Menschenrechte zu verstoßen, so Pober weiter. „Friedliche Demonstrationen sind ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Demokratie. Gleichzeitig ist für mich klar: Symbole und Organisationen, denen schwere Menschenrechtsverletzungen – wie etwa die Rekrutierung von Kindersoldaten – vorgeworfen werden, haben auf unseren Straßen nichts verloren“, betont Stadtrat Pober. Villach stehe für ein respektvolles und friedliches Zusammenleben. „Hass, Hetze und das Austragen internationaler Konflikte auf unserem Stadtgebiet haben bei uns keinen Platz. Wir erwarten von allen Beteiligten Verantwortungsbewusstsein und ein klares Bekenntnis zu den friedlichen Grundsätzen unserer demokratischen Gesellschaft“, so Pober abschließend.

Symbolfoto zu einem Beitrag von 5min.at: Portraitfoto von Stadtrat Christian Pober ÖVP
©ÖVP Villach
Am Foto: ÖVP-Stadtrat Christian Pober

Was bedeutet „Free Rojava“?

Die Parole „Free Rojava“ bezieht sich auf Rojava, eine mehrheitlich kurdisch geprägte Region im Norden Syriens, in der sich seit dem Bürgerkrieg ab 2012 eine faktisch autonome Selbstverwaltung entwickelt hat. Ihre bewaffneten Kräfte verteidigten das Gebiet gegen Gegner wie den IS und andere Konfliktparteien. Viele Kurdinnen und Kurden sehen Rojava als ein politisches Modell, das auf Basisdemokratie, Gleichberechtigung von Frauen und ethnisch-religiöser Vielfalt beruht und sich bewusst von autoritären Staatsformen absetzt. Mit dem Ruf „Free Rojava“ drücken Demonstrierende Solidarität mit dieser Selbstverwaltung aus. Mitte Jänner kam es dort nämlich zu einem Umbruch und es kam faktisch zum Ende der autonomen Region Rojava, nachdem die kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) und die Demokratische Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (bekannt unter dem Namen „Rojava“) einer Integration in die syrische Armee und Regierung zugestimmt hatten.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 02.02.2026 um 09:54 Uhr aktualisiert
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