Trockenheit trifft Kärntner Fischzucht hart: „Müssen weniger machen“
Die extreme Trockenheit in Kärnten wird auch für manche Betriebe immer mehr zum Problem. Im Gespräch mit 5 Minuten spricht Gabi Hofer von der Fischzucht Feld am See über die aktuellen Herausforderungen.
Die Trockenheit in Kärnten spitzt sich weiter zu. Für viele Betriebe und Gemeinden wird sie zunehmend zum Problem. Nachdem bereits in den letzten Wochen verschiedene Gemeinden zum Wassersparen aufgerufen haben, zeigte sich zuletzt bei der Bekämpfung von mehreren Waldbränden, wie sehr das Land unter dem ausbleibenden Regen leidet: Im Lesachtal etwa sind die Feuerwehren nach dem Ausbruch des großflächigen Waldbrands am 23. April über eine Woche später immer noch mit der mühsamen Glutnesterablöschung beschäftigt.
Ein bisschen Regen reicht nicht aus
Vereinzelte Schauer reichen bei Weitem nicht aus, um das massive Niederschlagsdefizit auszugleichen. Bei einem Lokalaugenschein in Feld am See haben wir mit Bürgermeisterin Michaela Oberlassnig und Gabi Hofer von der Fischzucht Feld am See über die anhaltende Trockenheit und die damit einhergehenden Herausforderungen gesprochen.
Längste Trockenperiode für Fischzucht
Für die Fischzucht in Feld am See, die Gabi Hofer gemeinsam mit ihrem Mann Andreas führt, ist die Situation bereits ernst. Sie schildert im Gespräch mit 5 Minuten: „Wir haben, seit es die Fischzucht gibt, sicher noch nie so eine lange Trockenperiode gehabt.“ Und diese betreiben sie immerhin bereits seit über 25 Jahren. Die Auswirkungen des Niederschlagmangels sind deutlich spürbar: „Wir müssen jetzt sicher nur mit einem Drittel von dem auskommen, was normalerweise durch die Anlage durchrinnt.“ Ihre Lösungsstrategie: „einfach weniger machen“. Denn wenn die Fische einmal da sind, könne sie sie nirgends anders mehr hingeben. Für die Zukunft zeigt sich Hofer wenig optimistisch. Sie erklärt: „Man muss wahrscheinlich davon ausgehen, dass die Situation nicht besser wird, sondern eher noch schlechter.“
Gemeinde bestellt Blumen ab
Auch die Gemeinde Feld am See versucht, der anhaltenden Trockenheit gegenzusteuern. So wurden bereits erste Sparmaßnahmen umgesetzt. Bürgermeisterin Michaela Oberlassnig erklärt gegenüber 5 Minuten: „Wir haben für unsere Bepflanzungen Blumen abbestellt, damit wir weniger Wasser zum Gießen brauchen.“ Darüber hinaus denkt man auch längerfristig um: „Natürlich gibt es auch Maßnahmen wie die Trennung von Brauch- und Nutzwasser.“ So etwas sei etwa im gemeinnützigen Wohnbau angedacht.
Gewinnspiel soll beim Wassersparen helfen
Auch die Bevölkerung soll eingebunden werden – etwa durch Anreize wie Gewinnspiele beim Kauf vom Regenwassersammelbehältern. „Ein kleiner Anreiz, damit die Leute aufmerksam werden erst einmal und dann natürlich auch Wasser sparen“, so die Bürgermeisterin. Doch das ist nicht die einzige Maßnahme, die die Gemeinde aktuell setzt: „Wir werden auch einen wasserrechtlichen Antrag stellen, um Wasser aus dem See entnehmen zu dürfen“, erklärt Oberlassnig. Zudem versuche man beispielsweise bei Löscharbeiten von der Feuerwehr, das Wasser bei der Wassergenossenschaft zu holen, wo aktuell noch mehr Wasser vorhanden sei. Für die kommende Woche sind in Kärnten zwar einige Regenschauer zu erwarten, doch auch diese dürften kaum ausreichen, um der extremen Trockenheit endlich Herr zu werden.