GTI-Aus: „Besonderes Miteinander“ geht verloren
Auch Jahre nach dem offiziellen Ende des GTI-Treffens am Faaker See ist vor allem die Tourismusbranche weiterhin wehmütig. Wir haben mit betroffenen Betreibern vor Ort gesprochen.
Bereits seit Jahren gibt es kein offizielles GTI-Treffen mehr, doch der Spirit lebt weiter: In den Tagen rund um Christi Himmelfahrt wird Kärnten bis Sonntag noch zum Treffpunkt für Fans der Tuningszene. Und die Bilder zeigen ganz klar: So einfach lässt sich die Szene nicht vertreiben.
GTI-Treffen sorgte für ein „besonderes Miteinander“
Aber nicht nur die GTI-Fans leiden unter dem abrupten Ende, sondern auch die Tourismusbranche musste weit mehr als nur finanzielle Einbußen hinnehmen. „Vor über 15 Jahren entdeckten die ersten GTI-Fans mit ihren geliebten Fahrzeugen den Faaker See und wurden am Karglhof herzlich willkommen geheißen“, erzählt Silvia Kargl, Betreiberin des Karglhofes in Faak am See, im Gespräch mit 5 Minuten. Ähnlich wie bei den Harley-Fahrern am Wörthersee entstand auch hier ein besonderes Miteinander. Die Gäste kamen immer in einer Zeit, in der touristisch kaum etwas los war. Viele Betriebe haben ihre Zimmer extra für diese Besucher geöffnet.
„Aus Gästen wurden Stammgäste und oft sogar Freundschaften“
In den stärksten Jahren konnten die Unterkünfte sogar mehrere Wochen sehr gut vermietet werden. „Aus Gästen wurden Stammgäste und oft sogar Freundschaften. Leider wurde diesem touristischen Zweig abrupt ein Ende gesetzt“, erklärt die Betreiberin. Anstatt einzelne Problemverursacher gezielt zur Verantwortung zu ziehen, wurden in ihren Augen pauschal alle Tuningfans bestraft. „Dabei haben viele Gäste nicht nur die Region besucht, sondern auch die Gastronomie rund um den Faaker See intensiv genutzt und geschätzt“, erklärt sie.
Faaker See lebt von Veranstaltungen
Was sie immer besonders zu schätzen wussten: GTI-Gäste stornieren nicht wegen schlechtem Wetter. Sie kommen nach Kärnten, egal bei welchem Wetter. „Sie planen ihren Aufenthalt lange im Voraus und stehen treu zur Region“, heißt es. Auch wenn es unterschiedliche Meinungen dazu gibt, sollte jedem bewusst sein, dass der Faaker See ein Tourismusort ist. Und genau von diesen Veranstaltungen würden viele Betriebe leben. „Uns ist auch bewusst, dass die Kommentare nicht positiv ausfallen werden aber wir stehen zu unserer Meinung“, betonen die Betreiber gegenüber 5 Minuten.
„Solche Gäste sind wichtig für unsere Gegend“
Als Ersatz wurden ihnen Wander- und Radgäste versprochen. „Doch gerade im Frühjahr zeigt die Erfahrung, dass wegen des unbeständigen Wetters, geschlossener Bergbahnen und noch nicht geöffneter Hütten nur wenige Gäste kommen“, so die Betreiber. Auch der seit Jahren angekündigte Radweg rund um den See lässt weiterhin auf sich warten. „Zum Schluss möchten wir aber auch Danke sagen: Wir sind dankbar, dass uns viele Stammgäste bis heute die Treue halten. Genau solche Gäste sind wichtig für unsere Gegend – und sie verdienen es, auch entsprechend wertschätzend behandelt zu werden“, heißt es abschließend.