Umbruch beim Villacher Advent: Holzhütten werden ab 23.000 Euro verkauft
Der Villacher Advent steht vor einer großen Reform. Das Stadtmarketing verkauft die markanten Holzhütten, um Platz für modernere Lösungen zu machen.
Der Villacher Advent steht vor einer Neuerung, da die organisatorischen Weichen für die kommende Saison bereits jetzt neu gestellt werden. Das Stadtmarketing trennt sich von den Holzhütten, die den Weihnachtsmarkt auf dem Hauptplatz seit 2016 optisch geprägt haben. Die modularen Gastrohütten werden auf der Online-Plattform Willhaben zum Verkauf angeboten. Die Inserate mit Grundflächen zwischen 29 und 55 Quadratmetern, die sich aus Modulen wie Schankküche, Veranda und Stube zusammensetzen, gelten als sofort einsatzbereit. Preislich bewegen sich die Hütten je nach Ausführung zwischen 23.000 und 35.000 Euro, wobei auch ein Mietkauf in Betracht gezogen wird.
Neues Projekt soll Hütten ablösen
Obwohl sich die Hütten in einem sehr guten Zustand befinden, entsprechen sie nicht mehr den logistischen Anforderungen des Events. Klaus Krall, Veranstaltungsmanager sowie Marketing- und PR-Verantwortlicher des Stadtmarketings, bestätigt gegenüber der „Kleinen Zeitung“: „Wir sind mitten in der Planungsphase für neue Hüttenprojekte“. Zudem führt Krall aus, dass die bestehenden Hütten „aus verschiedenen Gründen“ verkauft würden. Ein wesentlicher Faktor für diesen Schritt sei der hohe Aufwand bei den Auf- und Abbauarbeiten, der künftig durch modernere und flexiblere Lösungen minimiert werden soll.
Hütten wurden damals finanziert
Mit dem Verkauf endet eine Ära: 2016 wurden die Hütten angeschafft, um die alten Gastronomiezelte auf dem Hauptplatz abzulösen und das einheitliche Erscheinungsbild einer winterlichen Almlandschaft zu verleihen. Die damalige Investitionssumme von 250.000 Euro wurde über einen Kredit finanziert. Nun wird Platz für ein neues Konzept geschaffen.
FPÖ: Qualitätsrückschritt statt Kärntner Tradition
Kritik zum Verkauf gibt es von Stadtrat Erwin Baumann (FPÖ): „Die geplante Neuausrichtung des traditionellen Adventsmarktes stößt völlig zurecht auf massiven Widerstand. Es ist unverständlich, warum ein bewährtes, identitätsstiftendes Konzept ohne Not geopfert werden soll. Anstatt die heimische Gastronomie und das einzigartige Flair unserer Region zu stärken, setzt man nun offenbar auf seelenlose Massenware von der Stange“, erklärt er und ergänzt: „Die versprochenen Einsparungen für die Betreiber entpuppen sich bei genauerem Hinsehen als minimal und stehen in keinem Verhältnis zum massiven Qualitätsverlust. Wir fordern daher eine sofortige Rückkehr zur Vernunft und den Erhalt des traditionellen Erscheinungsbildes im Sinne unserer Wirte und tausender Besucher.“