Skip to content
/ ©Fotomontage FF Vassach/Canva
Das Bild auf 5min.at zeigt eine Silhouette einer Frau und im Hintergrund einen Unfall.
Lisa* zeigte am Samstag Zivilcourage: Nach einem schweren Unfall half sie sofort.

Ersthelferin schildert Geisterfahrerunfall: „Ich habe nur noch funktioniert“

Nach dem schweren Geisterfahrer-Unfall am Knoten Villach meldet sich nun eine junge Ersthelferin zu Wort. Sie war kurz nach der Frontalkollision vor Ort und schildert die dramatischen Szenen – und richtet einen Appell an alle.

von Gerrit Tscheru Das Bild auf 5min.at zeigt Gerrit Tscheru.
3 Minuten Lesezeit(508 Wörter)
Wählen Sie 5min.at als bevorzugte Google-Quelle

Der schwere Geisterfahrer-Unfall am Knoten Villach, bei dem ein Motorradfahrer und seine Ehefrau schwer verletzt wurden, hat am Samstagnachmittag (30. Mai) die Kärntnerinnen und Kärntner erschüttert. Eine junge Frau war nur wenige Augenblicke nach der Frontalkollision vor Ort und wurde zur Ersthelferin. Jetzt schildert sie gegenüber 5 Minuten die dramatischen Szenen.

„Ich wollte nur mehr helfen“

„Ich war gerade mit einer Freundin auf dem Weg nach Klagenfurt und bin circa zwei Minuten nach dem Zusammenstoß dazukommen“, beginnt Lisa* zu erzählen. Schon aus dem Auto heraus habe sie erkannt, dass sich ein schwerer Unfall ereignet haben musste. „Daraufhin bin ich ausgestiegen und hinübergelaufen.“ Als sie die Unfallstelle erreichte, waren bereits drei weitere Personen bei den Verunglückten. Die Ersthelferin kümmerte sich um die schwer verletzte Motorrad-Beifahrerin, die laut ihr zu diesem Zeitpunkt bewusstlos war. Für lange Überlegungen blieb keine Zeit:

Ich habe nicht mehr wirklich viel nachgedacht, ich wollte nur mehr da helfen, wo ich helfen konnte. In diesem Moment habe ich nur mehr funktioniert.“

„Sie hat geatmet, aber war nicht ansprechbar“

Gemeinsam mit den anderen Helfern kümmerte sie sich um die Frau. „Die Dame war bereits in der stabilen Seitenlage. Wir haben die oberflächlichen Wunden ausgewaschen und versorgt, darauf geachtet, dass eine problemlose Atmung möglich ist.“ Immer wieder habe sie versucht, Kontakt zur Verletzten aufzunehmen. „Ich habe sie versucht mit ihrem Namen anzusprechen und regelmäßig den Puls kontrolliert. Sie hat geatmet, aber war nicht ansprechbar“, schildert Lisa die Situation.

„Das Beste in dieser schlimmen Situation gegeben“

Insgesamt haben etwa fünf Personen aktiv geholfen, wie sie erzählt. Andere Anwesende hätten die Situation beobachtet. „Es war aber keine weitere Hilfe notwendig“, sagt die Ersthelferin. Besonders positiv hebt sie den Zusammenhalt hervor: „Im Großen und Ganzen waren hier wirklich sehr nette Leute, die ihr Bestes in dieser schlimmen Situation gegeben haben.“ Die Einsatzkräfte seien ebenfalls rasch eingetroffen.

Schicksal des Ehepaares ging Lisa besonders nah

Was Lisa besonders naheging, war das Schicksal des verunglückten Ehepaares. „Es war für mich traurig anzusehen, dass es hier ein unschuldiges Paar getroffen hat“, beschreibt sie ihre Gefühle. Vor allem die Sorge des schwer verletzten Motorradfahrers um seine Frau habe sie tief bewegt. Die Bilder von der Unfallstelle werden sie wohl noch länger begleiten, ihre Gedanken sind bei den Verletzten: „Ich wünsche den Betroffenen alles Liebe und Gute und hoffe, dass sich jeder hiervon erholen kann.“

„Ein Fahrzeug kann schnell zu einer Waffe werden“

Die mutige Ersthelferin ist überzeugt, dass viele schwere Verkehrsunfälle verhindert werden könnten. Darum ist es ihr wichtig, eine Botschaft an alle Verkehrsteilnehmer zu richten: „Kopf einschalten, wenn man ein Fahrzeug in Betrieb nimmt. Ein Fahrzeug kann schnell zu einer Waffe werden, die andere Personen verletzten oder töten kann.“ Besonders wichtig sei es, die eigenen Grenzen zu erkennen. „Wenn man müde ist oder merkt, man kann sich nicht mehr konzentrieren, bitte stehen bleiben und Pause machen.“

*Name von der Redaktion geändert

Erzähle auch du deine Geschichte

Die 5 Minuten Redaktion liebt ihre Leser/innen und deren Geschichten. Hast du etwas zu erzählen, das die Kärntner bewegt? Schreibe uns per Mail an redaktion@5min.at. Wir freuen uns auf deine Nachricht.

Du hast einen #Fehler gefunden? Jetzt melden.
Artikel zum Thema:
Mehr Interessantes