Pferde am Villacher Kirchtag: Erst zum Psychiater, dann zum Umzug?
Es hört sich wie ein Scherz der Narren an, aber hat einen ernsten Hintergrund: Ob beim kommenden Umzug zum Villacher Kirchtag berittene Mitglieder der Bauerngman teilnehmen dürfen, hängt von einem psychologischen Gutachten ab.
Die Sicherheitsvorschriften bei Großveranstaltungen – wie eben den Villacher Kirchtag – werden von Jahr zu Jahr strenger. So sind heuer Experten mit Vorschlägen am Wort, die den Kirchtag möglichst sicher machen sollen. Was früher vollkommen normal war, dass Pferde am Umzug teilnehmen, ist jetzt streng und kompliziert. Kirchtagssprecher Christian Kohlmayer erklärt auf Anfrage von 5 Minuten dazu: „Es wird hier größtmöglichster Wert auf Sicherheit gelegt, dazu haben wir sogar einen Experten aus Wien kontaktiert. Da geht es auch darum, welches Risiko Pferde bei einem Umzug in der Menschenmenge darstellen. Experten raten davon ab.“
Pferde nur mit psychologischem Gutachten erlaubt
Was seit Jahrzehnten ein Bestandteil des Villacher Kirchtagumzuges war, die Reiter von der Bauerngman, soll nun plötzlich ein Problem sein. Es geht um die Pferde, die ja plötzlich scheu werden und in die Menschenmenge springen könnten. Wer haftet dann? Für den Experten ist es klar: Es wird ein Umzug ohne Pferde empfohlen und im Stadtmarketing will man sich auch daran halten. Seitens der Gman will man aber darauf beharren was seit Jahrzehnten Tradition ist und immer ohne Vorfall funktionierte. Eine Teilnahme nur mit Pferden. Einer der Großbauern auf Anfrage von 5 Minuten ist empört: „Ein Witz das alles. Seit es den Umzug gibt, waren schon unsere Großväter dabei, das soll das nun gestrichen werden?“ Die Lösung: Jedes Pferd soll, bevor es am Umzug teilnimmt, auf seine Friedfertigkeit von einem Psychologen auf Eignung untersucht werden. Kostenpunkt: pro Pferd etwa 2.000 Euro, welche natürlich die Gman zu berappen hätte.
Was hältst du von dem vorgeschlagenen psychologischen Gutachten für die Pferde?
Entscheidung fällt am Montag
Das letzte Wort, ob nun mit Pferd und mit Psychiater oder ganz ohne tierische Begleitung ist aber noch nicht gesprochen. Kohlmayer: „Nächste Woche wird mit der Gman darüber noch ein Mal gesprochen. Das Sicherheitsproblem in Sache Pferde ist ja nur ein kleiner Teil unserer Sorgen.“ Der Chef der Gman Kurt Maschke: „Pferde gehören zum Umzug, das Geld für den Psychiater werden wir sicher nicht zahlen. Wir wissen gar nicht, wo der überhaupt zu finden wäre. Am Montagabend wird darüber in einer Sitzung mit der Stadt entschieden. Fest steht aber jetzt schon, wir zahlen nichts. Durchgedacht, müsste man ja auch das Kufenstechen dann abschaffen.“ Nachsatz: „Unglaublich, da laufen auf der Welt und in der Stadt so viele Esel herum, die würden dringender einen Psychiater brauchen“. Es bleibt jedenfalls spannend.