Er brachte Haider zu Saddam Hussein: Villacher Franz Limpl verstorben
Der Villacher Franz Limpl, 78, ist kürzlich verstorben. Sein Ableben hat auch alte Erinnerung wieder auffrischen lassen.
Der HTL-Absolvent Franz Limpl hatte über viele Jahre seinen Wohnsitz in Bagdad und war auch lange in der Zeit von Saddam Hussein direkt im Industrieministerium angestellt. Schlagzeilen machte der Ehemann der früheren Politikerin Johanna Trodt-Limpl (FPÖ, BZÖ), als er von Bagdad aus die Besuche von Jörg Haider bei Saddam Hussein organisiert hat. „Ich habe in persönlichen Gesprächen mit Saddam von ihm den Auftrag erhalten, zu erkunden, ob Jörg, den ich ja auch persönlich kannte, bereit wäre, nach Bagdad zu kommen“, erzählte er einmal dem Reporter von 5 Minuten, wie es zu dem Besuch von Haider in Bagdad kam. Limpl sprach Haider daraufhin an und dieser war sofort bereit, zu Saddam zu fliegen. Sogar mehrmals, nicht zu seinem Schaden.
Geldgeschenke von Hussein sorgten für Aufruhr
Zu Schlagzeilen kam es auch, weil Limpl frei in der Öffentlichkeit, darunter in einem Interview im Nachrichtenmagazin Profil, darüber berichtete, dass Haider bei seinen Besuchen von Hussein auch Geldgeschenke erhalten hat. Mit dem Geld sollen auch Behandlungen von irakischen Kindern in Klagenfurt bezahlt worden sein.
Kriegserfahrungen und Krankheit
In vergangenen Monaten wurde es ruhig um den bekannten Villacher, dessen beruflicher Werdegang in der Bauabteilung im Villacher Rathaus begonnen hat. Dem Verfasser dieses Nachrufes, den er von Kindesbeinen an kennt, hat er oft vom Krieg und seiner gefährlichen Tätigkeit als Techniker im Irak berichtet. „Da musste ich einmal den Zustand einer Brücke beurteilen, die unter Beschuss gestanden und beschädigt wurde und wurde dann selber ins Visier genommen“, erzählte er. Aber was seine Gegner nicht schafften, war dann eine Krankheit, die ihm zuletzt in den Rollstuhl gezwungen hat. Vor einigen Tagen wurde die Urne von Franz Limpl am Friedhof in Ledenitzen im Beisein seiner Familie und engsten Freunden beigesetzt.