Gegen teures Wohnen: Wo jetzt hunderte geförderte Wohnungen entstehen
Steigende Mieten belasten viele Haushalte. Doch Villach will mit einer gewaltigen Wohn-Offensive gegensteuern: 300 geförderte Wohnungen entstehen aktuell und Hunderte weitere sollen folgen.
Wer derzeit durch Villach fährt, sieht an zahlreichen Ecken Kräne und Baustellen. Doch hinter den Kränen steckt nicht der freie Spekulationsmarkt, sondern eine gezielte politische Strategie. Die Stadt kämpft damit aktiv gegen den Druck von hohen Mieten. Zum Einsatz kommt die schärfste Waffe, die Gemeinden und Städten zur Verfügung steht: der geförderte Wohnbau.
Scharfe Geschütze gegen hohe Mietpreise
Rund 300 geförderte Mietwohnungen entstehen derzeit über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Für Bürgermeister Günther Albel (SPÖ) ist dieser Schritt genau der Richtige, um Wohnen für die Bürgerinnen und Bürger bezahlbar zu halten: „Geförderter Wohnbau ist der effizienteste Weg, Mieten möglichst niedrig zu halten. Diese Wohneinheiten werden vom Land Kärnten und den Gemeinden unterstützt, sodass die Mietpreise niedriger sein können als auf dem Privatmarkt.“
Harte Verhandlungen
Das Prinzip hinter dem Villacher Modell basiert auf harter Verhandlungsarbeit und kluger Raumordnung. Durch intensive Gespräche mit dem Land Kärnten seien so hohe Kontingente an geförderten Mitteln gesichert worden. Gleichzeitig stellt die Stadt Villach Bauland oft über günstige Baurechte zur Verfügung. Ein Beispiel in St. Martin in der Schlossgasse, wo ein altes baufälliges Gebäude abgerissen wurde, um Raum für 12 moderne Wohneinheiten zu schaffen.
Verdichtung statt Bodenverbrauch
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem nachhaltigen Bauen. In Völkendorf zeigt sich, wie moderne Stadtentwicklung ohne zusätzlichen Bodenverbrauch funktioniert: In der Millesistraße stockt die Baugenossenschaft „meine Heimat“ bestehende Gebäudekomplexe auf. 24 neue Wohnungen entstehen direkt auf den bisherigen Dächern. Die Hälfte sei bereits bezugsfertig. Auch in Vassach geht es zügig voran: 48 Einheiten stehen dort ab Oktober bereit und werden über die Stadt sowie das Kärntner Siedlungswerk (KSW) vergeben. In Landskron weicht wiederum ein ehemaliger Spar-Markt 28 geförderten Wohnungen.
Der Großangriff auf den Wohnmarkt hat erst begonnen
Die 300 aktuellen Einheiten sind jedoch nur die erste Etappe der angekündigten Offensive. Die Stadt plant bereits in größeren Dimensionen, um den Wohnungsmarkt langfristig und nachhaltig zu entspannen, heißt es Seitens der Stadtverwaltung. „Derzeit gibt es in Villach eine Wohnbau-Offensive, die das Ergebnis harter Verhandlungen mit dem Land Kärnten ist. 300 neue geförderte Mietwohnungen sind ein großer Schritt für Villach. Bei den Stadtentwicklungsquartieren am Westbahnhof und im Nikolaiquartier werden noch hunderte Wohnungen zusätzlich folgen“, kündigt Bürgermeister Albel an.
Neuer Wohnraum für die Stadt
Alleine beim Projekt Westbahnhof, für das die Ausschreibungen bereits im Gange sind, werden weitere 300 Wohnungen geschaffen. Im NikolaiQuartier im Herzen der Stadt macht das „Haus im Leben“ mit 59 Einheiten, Caritas-Einrichtungen und Jugendzentrum den Anfang. Ergänzt wird das Paket durch freifinanzierte Einheiten am Josefsmarkt sowie 109 Eigentumswohnungen auf dem Judendorfer Feld. Villach will damit ein klares Zeichen setzen: Bezahlbarer Wohnraum sei kein Zufall, sondern das Resultat konsequenter Politik.
Aktuelle Bauprojekte (Geförderte Wohnungen)
Vassach
- Umfang: 48 geförderte Mietwohnungen (2 bis 4 Zimmer)
- Bauträger: Kärntner Siedlungswerk (KSW)
- Status / Zeitplan: Fertigstellung / Bezug ab Oktober
Landskron (Ehemaliger Spar-Markt)
- Umfang: 28 geförderte Wohnungen (9x 2-Zimmer, restliche 3-Zimmer)
- Details: Abriss des alten Spar-Markts beim Walter-Dick-Park
- Status / Zeitplan: Geplanter Einzug 2028
St. Magdalen
- Umfang: 35 geförderte Mietwohnungen mit Tiefgarage
- Bauträger: Landeswohnbau Kärnten
- Lage: Zwischen Volksschule und Autobahn
St. Martin (Schlossgasse)
- Umfang: 12 geförderte Mietwohnungen
- Bauträger: „meine Heimat“
- Details: Baufälliges Gebäude abgerissen; Stadt stellt Grund via Baurecht zur Verfügung
St. Martin (Ehemalige Kunstschule)
- Umfang: 12 barrierefreie Wohnungen (Revitalisierung des „Hauses der künstlerischen Begegnung“)
- Bauträger: „meine Heimat“
- Status / Zeitplan: Baustart steht bevor, Fertigstellung für 2027 geplant
Völkendorf (Millesistraße)
- Umfang: 24 Aufstockungswohnungen auf Bestandsgebäuden (ohne neuen Bodenverbrauch)
- Bauträger: „meine Heimat“
- Status: Die Hälfte der Wohnungen ist bereits fertiggestellt
Maria Gail
- Umfang: 24 geförderte Mietwohnungen
- Bauträger: „meine Heimat“
- Status / Zeitplan: Dachgleichenfeier im September; Bezug im kommenden Jahr
Kanaltaler Siedlung
- Umfang: 235 Wohnungen (Netto-Zuwachs von 60 Einheiten gegenüber dem Altbestand)
- Bauträger: Landeswohnbau Kärnten
- Details: Mix aus Abbruch/Neubau und Aufstockung bestehender Gebäude
Große Stadtentwicklungs- & Viertelprojekte
Innenstadt (NikolaiQuartier)
- Erster Schritt: Errichtung des „Haus im Leben“
Umfang: 59 geförderte Mietwohnungen, Jugendzentrum & Caritas-Einrichtungen - Perspektive: Zukünftig folgen Hunderte weitere Wohnungen auf dem Gesamtareal
Projekt Westbahnhof
- Umfang: 300 weitere Wohnungen (Großteil gefördert)
- Status: Ausschreibungen laufen
Freifinanzierte & Sonstige Projekte
Neuer Josefsmarkt (Kaiser-Josef-Platz)
- Umfang: 60 bis 70 nicht geförderte Mietwohnungen im neuen Marktviertel
Völkendorf (Judenburger Feld)
Umfang: 109 Eigentumswohnungen - Status: Bereits ca. 85 % verkauft
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