SPÖ Villach: „Betroffenheit allein schützt keine Frau“
Die SPÖ Villach reagiert auf die jüngste Gewalttat an einer 28-jährigen Frau mit konkreten Präventionsmaßnahmen für Familien und Kindergärten – und richtet einen Appell an den Bund.
Der Tod einer 28-Jährigen in Villach zeigt erneut, dass Gewalt gegen Frauen kein Einzelfall sei, sondern ein tief verankertes strukturelles Problem: „Männer üben Macht und Kontrolle über Frauen aus – oft über lange Zeit, oft angekündigt, oft ignoriert. Diese Gewalt entsteht nicht plötzlich. Sie entsteht dort, wo Warnsignale übersehen werden, wo Prävention fehlt und wo gesellschaftliche Verantwortung nicht ernst genug genommen wird“, schildert die SPÖ Villach in einer aktuellen Aussendung.
„In Villach schaut die SPÖ nicht mehr weg“
Genau hier soll nun auch angesetzt werden: „Femizide sind kein tragischer Unfall, sondern Ausdruck eines strukturellen Problems. Deshalb müssen wir viel früher ansetzen. Ab Herbst starten wir in Villachs Kindergärten Workshops, in denen Kinder spielerisch Respekt, den Umgang mit Gefühlen und das Erkennen von Grenzen lernen. Prävention beginnt bei den Kleinsten. Denn wenn wir Gewalt langfristig verhindern wollen, müssen wir früh vermitteln, dass Respekt und ein gewaltfreies Miteinander selbstverständlich sind“, erklärt SPÖ-Vizebürgermeisterin Sarah Katholnig. In Villach schaut die SPÖ nicht mehr weg: „Wir übernehmen Verantwortung. Und wir erwarten, dass der Bund das ebenfalls tut“, heißt es weiter.
Forderungen der SPÖ vom Bund
-
- Mehr Polizei und bessere Ausstattung: Eine stärkere personelle Präsenz und moderne Ressourcen für die Sicherheitskräfte sind notwendig, damit Interventionen schnell und konsequent erfolgen können.
-
- Verpflichtende Präventionsarbeit in Schulen: Gewaltprävention muss früh beginnen. Kinder und Jugendliche sollen lernen, wie man Konflikte gewaltfrei löst, Grenzen respektiert und Hilfe holt, wenn etwas nicht stimmt.
-
- Ein eigenes Schulfach „Gesellschaftspolitik“: Wenn grundlegende Werte nicht immer vermittelt werden, muss die Schule einspringen. Kinder sollen verstehen, wie Zusammenleben funktioniert, was Respekt bedeutet und warum Gewalt niemals akzeptabel ist.
-
- Stärkere Meldesysteme: Kinder und Jugendliche müssen wissen, dass sie Erwachsene informieren dürfen, wenn sie Gewalt zu Hause erleben. Das ist kein Tabu – es ist Selbstschutz.
-
- Programme für junge Männer: Gewaltprävention heißt auch, Rollenbilder zu hinterfragen. Jungen müssen lernen, dass Stärke nichts mit Dominanz zu tun hat und dass Menschlichkeit und Glücklichsein ohne Gewalt möglich sind.
Vermitteln, dass Gewalt niemals in Ordnung ist
Auch die SPÖ Villach selbst übernimmt Verantwortung und setzt konkrete Maßnahmen um. Mit einem neuen Kindergartenprojekt ab Herbst wird bei den Kleinsten angesetzt: Kinder sollen früh verstehen, was richtig und falsch ist, wie sie Gefühle ausdrücken und wie sie sich Hilfe holen, wenn etwas nicht stimmt. Im Rahmen der frühen Sensibilisierung für Gewaltfreiheit wird kindgerecht vermittelt, dass Gewalt – egal, ob körperlich oder psychisch – niemals in Ordnung ist und dass sich Kinder jederzeit an Erwachsene wenden dürfen, wenn sie etwas belastet. Darüber hinaus umfasst die Umsetzung eine gezielte Unterstützung für Familien, indem Beratungsangebote gestärkt und niedrigschwellige Zugänge geschaffen werden, damit Eltern und Kinder frühzeitig die Hilfe erhalten, die sie brauchen. „Sicherheit ist ein Grundrecht. Für Frauen, für Kinder, für alle Menschen. Der Bund muss handeln – und die Stadt Villach tut dies bereits. Wir bauen Prävention aus, schließen Lücken und beginnen dort, wo es am wichtigsten ist: bei den Jüngsten. Wir schauen nicht mehr weg. Wir handeln. Damit Sicherheit nicht nur ein Anspruch bleibt, sondern Realität wird“, ergänzt die SPÖ Villach abschließend.