172 Millionen für Fürnitz geplant, doch ÖBB verschieben Ausbau
Schon 2024 sorgte der Ausbau des Logistikzentrums in Fürnitz für heftige Diskussionen. Nun verzögert sich das Millionenprojekt erneut. Die ÖBB widersprechen allerdings Befürchtungen, dass der Ausbau dem Spardruck zum Opfer fällt.
Das Logistik Center Austria Süd (LCAS) in Fürnitz soll langfristig zu einer bedeutenden Drehscheibe für den internationalen Schienengüterverkehr werden. Die Lage nahe Villach und an wichtigen europäischen Verkehrsachsen gilt dabei als großer Vorteil. Doch der Weg dorthin ist steiniger als gedacht und dauert länger als ursprünglich erhofft.
Stand bereits 2024 in der Kritik
Bereits 2024 war die Geduld in Kärnten vielerorts am Ende. Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl kritisierte damals, dass die Weiterentwicklung des Standorts zu langsam vorankomme und forderte von den ÖBB: „Wir wollen endlich Taten sehen.“ Auch aus der Kärntner Politik kam Kritik am damaligen Zeitplan, 5 Minuten hat berichtet: Wirbel um Logistik-Center in Fürnitz: „Wir wollen endlich Taten sehen!“. Dabei hatte es wenige Monate zuvor noch ein deutliches gemeinsames Signal gegeben: Im Februar 2024 unterzeichneten das Land Kärnten, die ÖBB-Infrastruktur AG, die Kärntner Beteiligungsverwaltung und die BABEG eine Absichtserklärung zur Weiterentwicklung und Modernisierung der Logistikdrehscheibe.
Millioneninvestitionen werden nach hinten verschoben
Zwei Jahre später ist die Diskussion wieder da. Hintergrund ist der angepasste Investitionsplan der ÖBB. Wegen der Budgetkonsolidierung des Bundes wurden zahlreiche Bahnprojekte überprüft, teilweise redimensioniert oder zeitlich nach hinten verschoben. Davon ist auch Fürnitz betroffen. Das Team Kärnten wollte deshalb mittels schriftlicher Anfrage von Verkehrslandesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) wissen, wie das Land auf die Verzögerungen reagiert. Schuschnig verweist in seiner Beantwortung darauf, dass sich Kärnten in den vergangenen Jahren intensiv dafür eingesetzt habe, Investitionen in das Vorhaben Villach Süd und den Umbau des Güterumschlagszentrums im ÖBB-Rahmenplan zu verankern. Bereits nach einer ersten Verschiebung Anfang 2025 habe es Gespräche mit Vertretern der ÖBB-Holding und der ÖBB-Infrastruktur AG gegeben.
Schuschnig: Verzögerung „nicht nachvollziehbar“
Zufrieden ist der Landesrat mit der aktuellen Entwicklung dennoch nicht. „Aus Sicht des Landes Kärnten ist der verzögerte und weiterhin nicht berücksichtigte Vollausbau des Güter-Terminals Villach-Fürnitz nicht nachvollziehbar“, hält Schuschnig fest. Als Grund für die Änderungen sei dem Land eine aufgrund der Budgetkonsolidierung notwendige „Inventur“ des Investitionsplans genannt worden. In deren Zuge seien zahlreiche Projekte zeitlich verschoben oder in ihrem Umfang angepasst worden. Gerade in Fürnitz ist das politisch brisant: Kärnten setzt große Hoffnungen in den Standort und dessen Rolle im internationalen Güterverkehr.
ÖBB widersprechen: Ausbau fällt nicht dem Sparstift zum Opfer
Die ÖBB geben für Fürnitz allerdings Entwarnung. „Der Ausbau in Fürnitz fällt nicht dem Spardruck zum Opfer“, heißt es seitens des Unternehmens. Bis 2032 seien 49 Millionen Euro für Planung und Bau fix eingeplant. Insgesamt seien 172,5 Millionen Euro im Rahmenplan verankert. Nach Angaben der ÖBB habe sich die insgesamt für Fürnitz vorgesehene Finanzierung nicht verringert. Die Mittel würden lediglich zu einem späteren Zeitpunkt eingesetzt. Damit steht das Projekt laut ÖBB nicht grundsätzlich infrage, Kärnten muss sich auf wesentliche Teile des Ausbaus aber länger gedulden.
Baustart voraussichtlich ab zweiter Jahreshälfte 2027
Einen neuen zeitlichen Horizont gibt es ebenfalls: Ab der zweiten Jahreshälfte 2027 sollen voraussichtlich die baulichen Verbesserungen beginnen. Dadurch sollen die Anlage modernisiert und ihre Effizienz gesteigert werden. Bis voraussichtlich 2029 ist unter anderem ein Umbau im südwestlichen Bereich des Terminals vorgesehen. Dort soll künftig ein moderner Umschlagbetrieb mit einem sogenannten Reach-Stacker, einem speziellen Greifstapler für Container, möglich sein.