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/ ©Montage: Canva
Montage auf 5min.at zeigt Müllsäcke in einem Waldstück
In einem Wald bei Afritz wurden erneut illegal entsorgte Müllsäcke gefunden.

Müll-Rätsel in Kärnten geht weiter: Erneut 18 Säcke mit Essensresten entdeckt

Es ist schon wieder passiert. In Afritz wurden erneut illegal entsorgte Müllsäcke mit Essensresten in einem Wald entdeckt. Die Polizei steht vor einem Rätsel.

von Gerrit Tscheru Das Bild auf 5min.at zeigt Gerrit Tscheru.
3 Minuten Lesezeit(569 Wörter)
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Seit Jahren tauchen im Gegendtal und Umgebung immer wieder Müllsäcke voller Speisereste auf. Die Anzahl variiert: Mal sind es Dutzende, doch es waren auch schon weit über 100 Säcke. Nun gibt es den nächsten Fund: In einem Waldstück bei Afritz wurden Medienberichten zufolge am Sonntag erneut 18 Säcke mit pürierten Essensresten entdeckt. Und die Menge ist schockierend: Laut dem Afritzer Bürgermeister Maximilian Linder sollen es 180 Kilogramm sein.

Täter mussten sogar Maut bezahlen

Besonders kurios ist diesmal der Fundort. Die Säcke lagen rund 40 Meter von der Lierzberger Straße entfernt, die in Richtung Kohlweißhütte führt. Wer mit dem Auto dorthin will, muss fünf Euro Maut bezahlen. Schon bei einem weiteren Fund Anfang September, bei dem rund 15 Säcke beziehungsweise etwa 170 Kilogramm Speisereste entdeckt wurden, dürfte der Täter diesen Weg – und damit auch die Maut – auf sich genommen haben. Für die Ermittler ist die Mautstelle allerdings keine große Hilfe. Bezahlt werden kann auch mit Münzen, Rückschlüsse darauf, wer die Straße benutzt hat, lassen sich demnach nicht ziehen.

Polizei steht weiterhin vor einem Rätsel

Dabei hat die Polizei in den vergangenen Monaten bereits zahlreiche Spuren verfolgt. Die Ermittlungen führten unter anderem nach Villach, Villach-Land und in den Bezirk Spittal an der Drau. Auch Gaststätten nahm die Polizei unter die Lupe. Die überprüften Betriebe konnten jedoch allesamt nachweisen, dass sie ihre Abfälle ordnungsgemäß entsorgen, wie Christian Lepuschitz von der Polizeiinspektion Afritz gegenüber dem ORF erklärte. Selbst die Säcke wurden genauer untersucht. Manche trugen französische, andere deutsche Aufschriften. Einen entscheidenden Hinweis auf die Herkunft der Essensreste brachte aber auch das bislang nicht.

Das Müll-Rätsel zieht sich seit 2024 durch Kärnten

Der jüngste Fund ist längst kein Einzelfall. Bereits am 20. Dezember 2024 wurden in Laufenberg bei Radenthein rund 160 Säcke mit Lebensmitteln gefunden. Im Jänner 2025 folgten entlang einer Gemeindestraße in Dellach 50 bis 70 weitere Säcke. Im Oktober 2025 lagen rund 60 Säcke neben der Verditzer Straße. Auch 2026 hörte die Serie nicht auf. Ende Februar fand ein Waldbesitzer in Arriach rund 45 Säcke mit Essensresten. Nur wenige Tage später, am 9. März, tauchten dort weitere rund 30 Säcke mit pürierten Speiseresten auf. Anfang Juli wurden zudem rund 60 Müllsäcke im Bereich Klamberg in Feld am See entdeckt. Anfang September folgte ein weiterer Fund in Afritz.

Abgelegene Stellen offenbar bewusst gewählt

Ein Muster zieht sich durch viele Fälle: Die Säcke landen nicht dort, wo sie sofort ins Auge springen. Stattdessen werden abgelegene Waldstücke und teils steiles Gelände gewählt. Mitunter stoßen erst Holzarbeiter auf den Müll. Die Polizei geht deshalb davon aus, dass die Fundorte bewusst so ausgesucht werden, dass die Säcke möglichst lange unentdeckt bleiben. Nach der Schneeschmelze hatte man noch gehofft, dass damit sämtliche älteren Ablagerungen entdeckt worden seien. Die aktuellen Säcke dürften jedoch noch nicht lange im Wald gelegen haben.

Ermittlungen beginnen erneut

Damit steht die Polizei nach beinahe zwei Jahren immer noch vor derselben Frage: Wer fährt mit großen Mengen pürierter Speisereste in abgelegene Kärntner Waldstücke und entsorgt sie dort? Wenn jemand etwas gesehen hat: Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Afritz am See unter 059133 2251 entgegen.

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