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/ © Mikhail Nilov/Pexels
Foto auf 5min.at zeigt eine Lehrerin und eine Schülerin.
Die Verantwortung ERDE fordert ein Schulstartpaket.

Bis zu 300 Euro pro Kind: Antrag fordert günstigere Schulstartpakete für Villach

"Die Stadt soll den Einkauf der Schulmaterialien bündeln, damit Eltern zum Schulstart ein fertiges und günstigeres Paket beim lokalen Händler abholen können“, heißt es seitens der Verantwortung ERDE.

von Amélie Meier Das Foto auf www.5min.at zeigt die Mitarbeiterin Amelie Meier von 5min.at
3 Minuten Lesezeit(614 Wörter)
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Die Bürgerbewegung Verantwortung ERDE bringt in der Gemeinderatssitzung am 2. Oktober einen Dringlichkeitsantrag für ein Villacher „Schulstartpaket“ ein. Damit soll die finanzielle und organisatorische Belastung gemindert werden, die der Schulstart für viele Familien darstellt.

 Im Durchschnitt 2.260 Euro pro Kind und Schuljahr

Vor Beginn des neuen Schuljahres bietet sich ein vertrautes Bild: Eltern ziehen mit den Materiallisten der Lehrkräfte von Geschäft zu Geschäft, suchen das Heft mit der richtigen Lineatur, den Schnellhefter in der richtigen Farbe, das Zeichenpapier im richtigen Format. Für viele eine doppelte Belastung. Laut der Schulkostenstudie der Arbeiterkammer Kärnten geben Kärntner Haushalte im Durchschnitt 2.260 Euro pro Kind und Schuljahr aus, das entspricht rund zehn Prozent des Haushaltseinkommens. Allein rund um den Schulstart fallen österreichweit im Schnitt 304 Euro pro Kind an. Der Einkauf kostet viel Zeit und oft auch Nerven. „Villach kann die erste Kärntner Stadt sein, die den Schulstart für Familien einfacher und günstiger macht.“, sagt Dobernig. 

So soll das Schulstartpaket funktionieren

Nach dem Vorschlag von Verantwortung ERDE melden die Lehrkräfte im Frühjahr, welche Materialien ihre Klasse im kommenden Schuljahr braucht. Die Stadt Villach fasst den Bedarf aller Kinder zusammen und verhandelt mit dem lokalen Handel den Paketpreis, der unter dem Einzelhandelspreis liegen soll. Durch die gemeinsame Bestellung für hunderte Kinder soll das Paket günstiger werden als der Einkauf im Einzelnen. Der Antrag macht diesen Preisvorteil zur Bedingung für die Teilnahme der Händler. Kommt keine Einigung zustande, soll die Stadt die Pakete selbst über den Großhandel beschaffen und über die Schulen verteilen. „Die Stadt hätte weitreichende Möglichkeiten Eltern zu unterstützen. Bisher wird hier allerdings der Stillstand verwaltet“, sagt Klubobmann Gerald Dobernig. 
Die Anmeldung der Kinder erfolgt für die Eltern einfach und digital, zum Schulstart holen die Eltern das mit dem Namen des Kindes beschriftete Paket im Geschäft ab oder erhalten es über die Schule. Die Teilnahme bleibt für alle Familien freiwillig. 

Soll auch den Villacher Handel stärken

Zugleich soll das Projekt den Villacher Handel stärken. Die Zahl der Papierfachgeschäfte in Österreich ist seit 2008 um 31 Prozent gesunken, während das Schulgeschäft zunehmend an Onlinehändler und Diskonter geht. Selbst der Schulstartgutschein des Bundes für einkommensschwache Familien ist ausschließlich bei Libro und Pagro einlösbar. „Regionalität fällt nicht vom Himmel. Die Politik muss heutzutage regionale Betriebe und Konsumenten zusammenbringen. Die letzten Jahre zeigen, was passiert, wenn man wartet bis der Markt diese Fragen regelt.“, so Dobernig. 

Vobild für das Modell

Vorbilder für das Modell gibt es bereits. Wien finanziert das Schulmaterial an allen öffentlichen Pflichtschulen aus dem Stadtbudget, Traiskirchen stellt seit Jahrzehnten allen Schulkindern Hefte und Stifte über die Schulen zur Verfügung, und Städte wie Lille und Paris geben ihren Schulkindern fertige Materialpakete aus. „Villach kann die erste Kärntner Stadt sein, die den Schulstart für Familien einfacher und günstiger macht“, sagt Dobernig. 
Konkret soll das Testprojekt zum Schulstart 2027 mit allen ersten Klassen der 13 städtischen Volksschulen beginnen, heißt es in der Aussendung. Die dafür notwendigen Mittel sollen im Budget 2027 vorgesehen werden. Das Land Kärnten soll das Projekt als Modell für ganz Kärnten begleiten. Nach einer Evaluierung bis Dezember 2027 soll das Schulstartpaket ab dem Schuljahr 2028/29 auf alle Villacher Pflichtschulen ausgeweitet werden. Der Antrag ist Teil 2 des Schulpakets von Verantwortung ERDE und ergänzt den Antrag für eine verschränkte Ganztagsvolksschule. „Wir wünschen uns für Villach eine Schulpolitik, die aktiv gestaltet. Es wird Zeit, Verantwortung für die Villacher Kinder zu übernehmen”, so Dobernig abschließend.

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