VSV-Saison gesichert: Doch 1,7 Millionen Euro bleiben offen
Rund 600.000 Euro wurden für die laufende VSV-Saison aufgestellt. Doch in Villach bleibt die Lage ernst: Bereits im Oktober werden Forderungen von 1,7 Millionen Euro schlagend.
Nach Tagen voller Krisengespräche kann der EC VSV sportlich vorerst aufatmen. Für die laufende Saison seien finanzielle Mittel von rund 600.000 Euro aufgestellt worden, berichtet das Kärntner Eishockeymagazin. Rund 200.000 Euro sollen von Vereinen der Liga gekommen sein. Damit ist die unmittelbare Finanzierung geschafft – vom Tisch sind die Geldsorgen der Adler damit aber noch lange nicht.
1,7 Mio. bleiben
Denn laut dem Kärntner Eishockeymagazin bleiben Forderungen in Höhe von 1,7 Millionen Euro bestehen und sollen im Oktober schlagend werden. Besonders brisant ist die Einschätzung zur Zukunft der aktuellen Gesellschaft. Laut Kärntner Eishockeymagazin scheint ein Konkurs der derzeitigen GmbH am Saisonende aus betriebswirtschaftlicher Sicht unausweichlich. Nach dem derzeitigen Plan solle dieser Schritt aber geordnet und mit mehr Spielraum im Frühling eingeleitet werden. Wie genau das ablaufen soll, müsse der neue Geschäftsführer festlegen. Für den VSV ist die Saison damit zwar finanziell angepfiffen, die wirtschaftliche Partie aber noch lange nicht entschieden.
Krise seit Rücktritt
Die angespannte Lage war nach dem Rücktritt von Martin Winkler als Geschäftsführer der EC VSV GmbH offen zutage getreten. Der Verein bestätigte seinen Abgang am 10. September. Danach wollte sich der VSV zunächst einen vollständigen Überblick über die finanzielle Lage verschaffen und begann gleichzeitig mit der Suche nach einer neuen Führung. Bei einer Krisensitzung am Dienstag, 15. September, wurden schließlich die Weichen für den Saisonstart gestellt. Schon zuvor war von einem Finanzbedarf von 500.000 bis 700.000 Euro für den laufenden Betrieb die Rede gewesen.
Neuer Liga-Fonds?
Auch für ähnliche Fälle in Zukunft könnte sich in der Liga etwas ändern. Laut Kärntner Eishockeymagazin steht im Raum, dass ab der kommenden Saison jedes Team 15.000 Euro in einen Fonds einzahlt. Dort ist von einer Art „Solidaritätsbeitrag“ die Rede. Mit diesem Geld könnten Vereine in vergleichbaren Situationen künftig unterstützt werden. Ob und wie dieser Fonds tatsächlich umgesetzt wird, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
Adler unter Druck
Für den VSV zählt nun zunächst der Start in die neue ICE-Hockey-League-Saison. Vereinsobmann Manfred Herzog hatte nach der Krisensitzung von einem Kraftakt gesprochen und erklärt, der Meisterschaftsstart sei gesichert. Gleichzeitig bleibt die finanzielle Altlast bestehen. Die 600.000 Euro verschaffen dem Klub Luft für die laufende Saison, lösen die offenen Forderungen von 1,7 Millionen Euro aber nicht. Die nächsten wirtschaftlichen Entscheidungen werden damit mindestens so wichtig wie die nächsten Spiele auf dem Eis.