Ärger über Villacher Schulbus: „Wie soll ich mein Kind allein losschicken?“
Zum ersten Mal sollte ihre neunjährige Tochter alleine mit dem Bus nach Hause fahren – doch ausgerechnet an diesem Tag blieb die Linie 30 aus. Eine Villacher Mutter ist verärgert. Das Busunternehmen erklärt, was passiert ist.
„Meine Tochter ist neun Jahre alt. Sie soll nach der sechsten Unterrichtsstunde erstmals alleine von der Volksschule nach Hause fahren“, schreibt eine Mutter an die 5-Minuten-Redaktion. Aber das Mädchen und drei andere Kinder warteten am 25. September nach der Schule vergeblich an der Haltestelle bei der Mittelschule Auen auf die Linie 30, sehr zum Ärger der betroffenen Eltern. „Wie soll ich mein neunjähriges Kind guten Gewissens alleine losschicken, wenn ich nicht darauf vertrauen kann, dass der vorgesehene Bus tatsächlich kommt? Es geht um die Sicherheit unserer Kinder“, betont die Mutter. Der Vorfall sei für sie besonders frustrierend gewesen, weil die Eltern nach eigenen Angaben schon seit Jahren immer wieder Probleme mit dieser Verbindung erleben.
Reservebus geschickt
5 Minuten hat deshalb beim Busunternehmen Dr. Richard nachgefragt. Dort bestätigt man den Vorfall vom Freitag. „Im beschriebenen Fall hat eine Lenkerin am Freitag, 25.09.2026, die Haltestelle MS Auen außerplanmäßig ausgelassen und uns selbst umgehend darüber informiert“, erklärt das Unternehmen. Nach Bekanntwerden des Fehlers habe Dr. Richard reagiert: „Wir haben daraufhin sofort einen Reservebus geschickt, der die noch wartenden Schüler an ihr Ziel gebracht hat.“ Die betreffende Lenkerin sei außerdem umgehend nachgeschult worden.
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Eltern: „Probleme seit Jahren“
Für die Eltern ist die Sache damit allerdings nicht erledigt. Sie schildern gegenüber 5 Minuten, dass es nicht das erste Mal gewesen sei, dass Kinder Probleme mit der Verbindung zwischen MS Auen beziehungsweise Heidenfeldstraße und Unterschütt hatten. „Wir Eltern melden diese Probleme seit mittlerweile ungefähr drei Jahren immer wieder“, berichtet die Mutter. Weil es für die unterschiedlichen Schulschlusszeiten ohnehin nur wenige passende Verbindungen gebe, müssten Eltern bei Problemen teilweise ihre Arbeit unterbrechen und die Kinder selbst abholen.
GPS-Daten überprüft
Dr. Richard hat nach der Anfrage von 5 Minuten nach eigenen Angaben die GPS-Daten der Busse seit Schulbeginn überprüft. Dabei habe sich kein Hinweis auf regelmäßige Ausfälle bei den von den Eltern genannten Fahrten ergeben. „Eine Überprüfung unserer GPS-Daten seit Schulbeginn hat ergeben, dass die Haltestelle MS Auen abgesehen von diesem Vorfall regulär nach der 5. und 6. Schulstunde bedient wurde“, teilt das Unternehmen mit. Vereinzelten Beschwerden in der Vergangenheit sei man jeweils unmittelbar nachgegangen.
Tägliche Erinnerung an besonderen Kurs
Die Eltern vermuten, dass manche Probleme entstehen könnten, weil neu eingesetzte Fahrer die Strecke noch nicht ausreichend kennen. Dr. Richard erklärt dazu, dass neue Lenker von erfahrenen Kollegen auf sämtlichen Strecken eingeschult werden. Eine Besonderheit gibt es bei der Linie 30 nämlich tatsächlich: Die Mittagskurse in Richtung Oberschütt weichen laut Unternehmen von der regulären Linienführung ab. Deshalb weise die Fahrdienstleitung das jeweils eingeteilte Personal täglich auf die korrekte Strecke hin. Abschließend betont das Unternehmen: „Bei den betroffenen Schüler:innen und Eltern möchten wir uns für die entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigen.“
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