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/ ©Montage: Canva / Theresa Pewal
Das Bild auf www.5min.at zeigt Günther Albel.
Der Kern des Konzepts liegt in der Nutzung der Server-Abwärme. Diese soll primär eine bis zu zehn Hektar große Gemüseproduktion in modernen Gewächshäusern beheizen, in denen ganzjährig hunderte Tonnen Gemüse angebaut werden könnten.

Serverfarm statt Logistik: Neues Großprojekt für Villach-Federaun

Statt einer Logistikanlage entsteht in Villach-Federaun ein Zentrum für Daten und Gemüse. Das Vorhaben verbindet Server-Abwärme mit regionalem Anbau.

von Nico Deutscher Das Bild zeigt das Profilbild von 5 Minuten-Redakteur Nico Deutscher.
3 Minuten Lesezeit(666 Wörter)
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In Villach-Federaun soll unter dem Motto „Food & Data“ ein modernes Nahversorgungszentrum entstehen, das Daten, Lebensmittel und Energie in einem regionalen Kreislauf verbindet. Die SPÖ, FPÖ und ÖVP unterstützen das Vorhaben gemeinsam.

Sechs Hektar große Serverfarm

Statt der ursprünglich umstrittenen Logistikanlage ist nun der Bau einer sechs Hektar großen Serverfarm vorgesehen. Die deutsche Zech-Gruppe hat bereits Interesse an dem Projekt bekundet. Grundlage für die neue Ausrichtung ist der vom Land Kärnten unter Verantwortung von LH-Stv. Martin Gruber und LR Sebastian Schuschnig geschaffene Internet-Knoten ALPSiX. Dieser bindet Federaun direkt an weltweite Hochleistungs-Glasfaserverbindungen an.

„Größte Lebensmittel-Initiative Kärntens“

Villachs Bürgermeister Günther Albel (SPÖ) betont dazu: „Man darf nicht blind sein für Neues.“ Er setzt fort: „Regionale Betriebe und Behörden können ihre Daten dort sicher ablegen, ohne Zugriffsmöglichkeiten aus den USA oder China. Die Nachfrage nach solchen Speichermöglichkeiten steigt täglich. Sie betreffen unser aller Leben. Gerade Österreich hat hier großen Nachholbedarf.“ Hinsichtlich der Infrastruktur ergänzt Albel: „Villach bleibt damit auch künftig Verkehrsknotenpunkt – diesmal für Daten.“ Der Kern des Konzepts liegt in der Nutzung der Server-Abwärme. Diese soll primär eine bis zu zehn Hektar große Gemüseproduktion in modernen Gewächshäusern beheizen, in denen ganzjährig hunderte Tonnen Gemüse angebaut werden könnten. „Das wäre die größte Lebensmittel-Initiative Kärntens“, so Albel. Darüber hinaus soll die überschüssige Wärme in das Fernwärmenetz von Villach eingespeist werden, um dieses gasfrei zu stärken und potenziell einen günstigeren Villach-Tarif zu ermöglichen.

Fraktionsübergreifende „Task Force“

Für die weiteren Schritte wird ab Montag eine fraktionsübergreifende Task Force eingesetzt, die zusätzliche Ideen ausarbeiten soll. In einer gemeinsamen Stellungnahme erklären Bürgermeister Albel sowie die Stadträte Erwin Baumann (FPÖ) und Christian Pober (ÖVP): „Durch die Einbindung des gesamten Gemeinderates schaffen wir von Anfang an maximale Transparenz im Entscheidungsprozess.“

Grüne: „Kein Rechenzentrum durch die Hintertür!“

Zum Plan der Stadt Villach und der DLH, statt eines Logistikzentrums ein Rechenzentrum zu bauen, sagt Karin Herkner, Gemeinderätin der Grünen Villach: „Jetzt wird aus dem Logistikzentrum plötzlich ein Rechenzentrum. Wir reden hier über ein gigantisches Projekt. Und deshalb muss eines glasklar sein: Die Umweltauswirkungen müssen vollständig geprüft werden. Stromverbrauch, Wasserverbrauch, Bodenversiegelung, Infrastruktur – alles muss auf den Tisch! Denn wieder geht es um riesige Flächen und um wertvollsten Boden. Und wieder erfahren die Villacherinnen und Villacher nur scheibchenweise, was Bürgermeister Albel offenbar längst hinter verschlossenen Türen vorbereitet. So kann man mit den Menschen nicht umgehen. Die Bevölkerung hat ein Recht darauf zu wissen, was mit ihrer Region passiert, wie viel Boden verbraucht wird, wie viel Strom und Wasser dieses Projekt tatsächlich benötigt und welche Auswirkungen es auf Umwelt und Lebensraum hat. Und eines ist auch klar: Man kann ein Großprojekt nicht einfach mit einem grünen Mascherl versehen, nur weil daneben Gewächshäuser stehen. Jetzt gehören alle Fakten auf den Tisch! “

Verantwortung ERDE: „Großer Erfolg“

Statt des LKW-Verteilerzentrums Alplog Nord soll eine Serverfarm auf rund sechs Hektar entstehen. Ihre Abwärme soll bis zu zehn Hektar Gewächshäuser beheizen und darüber hinaus ins Villacher Fernwärmenetz fließen. Verantwortung ERDE begrüßt grundsätzlich dieses Umdenken: „Wir freuen uns, dass die Stadt den Weg des LKW-Logistikzentrums verlässt und über Lebensmittel und Energiekreisläufe nachdenkt.“, sagt Klubobmann Gerald Dobernig. Dass auf den Federauner Feldern heute noch Gras wächst, sei kein Zufall. Ohne den jahrelangen, ehrenamtlichen Einsatz der Bürgerinitiative „Rett ma die Schütt“ und ihre erfolgreichen rechtlichen Schritte stünde auf dieser Wiese schon lange ein LKW-Verladezentrum, ergänzt Verantwortung Erde: „Dieser Tag gehört den vielen Menschen, die über Jahre Unterschriften gesammelt, Einwendungen geschrieben, Verfahren geführt und sich nicht entmutigen haben lassen. Es ist ihr Sieg. Wir sagen Danke“, so Dobernig.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 02.10.2026 um 16:58 Uhr aktualisiert
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