Wegen invasiver Muschel: Schiffs-Reinigungspflicht am Bodensee
Angesichts der schweren Schäden, die die asiatische Quaggamuschel bereits im Bodensee verursacht, greifen die Behörden durch: Eine neue Melde- und Reinigungspflicht für Boote soll die Einschleppung fremder Arten verhindern.
Fremde Tier- und Pflanzenarten bringen das Ökosystem des Bodensees aus dem Takt. Eingeschleppt werden sie oft über Boote, die zuvor in anderen Gewässern unterwegs waren und die Organismen an ihrer Außenhaut mitbringen. Um dieses Risiko zu minimieren, soll künftig eine Pflicht gelten: Jedes Boot muss vor dem Einwassern angemeldet und gründlich gereinigt werden.
Quaggamuschel schon in vielen Gewässern großes Problem
Wie auch etliche andere Gewässer wie beispielsweise der Kärnter Millstättersee, leidet der Bodensee unter dem Einfluss von sogenannten Neozoen. So hat sich die 2016 erstmals nachgewiesene Quaggamuschel seither rasant ausgebreitet. Durch ihre filternde Aktivität entzieht sie dem Wasser Nährstoffe, was zu einem Nahrungsmangel für die heimische Fauna führt.
Auch „Stichling“ hat sich massenhaft ausgebreitet
Untersuchungen bestätigen, dass der Fisch „Stichling“ keine eingeschleppte Art ist. Er entwickelte sich nach 2012 zur vorherrschenden Fischart im Bodensee und verdrängte heimische Arten. Trotz des jüngsten Bestandsrückgangs leidet die Fischwelt nach wie vor unter dem nährstoffarmen Seewasser, was auch für die lokale Fischerei eine anhaltende Belastung darstellt.
Bodensee: Alle Schiffe sollen gemeldet und gereinigt werden
Eine neue Schiffsmelde- und -reinigungspflicht soll fester Bestandteil der Bodensee-Schifffahrts-Ordnung werden. Darauf hat sich, wie der ORF Vorarlberg berichtet, die Internationale Bodensee-Konferenz (IBK) geeinigt, der alle Anrainerstaaten angehören. Die Regierungschefs der Bodenseeländer haben die Ausarbeitung der neuen Vorschriften bereits beschlossen.