400-Euro-Rechnung: Österreicherin zahlt in Panik, hat gar nichts bestellt
Die Arbeiterkammer (AK) Vorarlberg warnt derzeit vor Abzocke. Eine Vorarlbergerin hat dadurch bereits über 400 Euro verloren. Bezahlt hat sie aus Panik, bestellt hat sie nämlich von dieser Seite noch nie etwas.
„400 Euro weg wegen einer Rechnung für etwas, das sie nie bestellt hat.“ Mit diesen Worten startet ein Facebook-Posting der Arbeiterkammer (AK) Vorarlberg. Eine Frau hatte nämlich eine E-Mail bekommen und ihren Augen kaum getraut. Der Betreiber der Internetseite „Bongochat“ hat für ein angebliches Abonnement von ihr mehr als 400 Euro verlangt. Gehört hatte sie davon noch nie etwas, eine Dienstleistung der Firma hat sie demnach ebenfalls nicht in Anspruch genommen. Dementsprechend zahlt sie nicht, wenig später kommt dann eine weitere Zahlungsaufforderung inklusive Mahngebühr und Inkasso-Drohung.
„Die rund 400 Euro flossen direkt nach Hongkong“
Und der Druck wirkt. Aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen bezahlt die Vorarlbergerin die Rechnung und meldet sich erst danach beim Konsumentenschutz der Arbeiterkammer. „Die rund 400 Euro, die Frau K. in ihrer Panik zahlte, flossen direkt nach Hongkong“, erklärt AK-Konsumentenschützer Franz Valandro nun. Denn obwohl die Domain der Website auf „.de“ endete, würde es sich „keinesfalls um eine seriöse deutsche Firma“ handeln. „Man kann von überall auf der Welt aus jede beliebige Domain kaufen“, erklärt Valandro weiter. Das Geld der Österreicherin ist wohl verloren, internationale Banküberweisungen können nämlich nicht einfach so storniert werden.
Warst du schon einmal Opfer eines Online-Betrugs?
Fake-Rechnungen machen derzeit die Runde, AK hat einen Rat
Wie die Firmen an die Mailadressen der Betroffenen kommen? Diese wurden wahrscheinlich in der Vergangenheit gehackt und verkauft, vermutet der Konsumentenschützer. „Schließlich melden sich derzeit sehr viele Konsument:innen bei uns wegen Rechnungen von Bongochat oder Novavitalia. Sie alle hatten zuvor noch nie von diesen Firmen gehört, keine Dienstleistungen in Anspruch genommen und auch keine Daten hinterlassen.“ Dementsprechend rät der AK-Experte, auf keinen Fall vorschnell zu zahlen. „Auch dann nicht, wenn Mahnungen eingehen oder die Betreiber der Seiten mit Inkasso drohen.“
Was Banken gegen Betrug machen (können)
Vor einigen Monaten haben wir die Rolle der Banken bei betrügerischen Überweisungen durchleuchtet und nachgefragt, was diese überhaupt dagegen machen können. In Fällen wie diesen, wenn Überweisungen von selbst aus getätigt oder freigegeben werden, sind den Banken meist die Hände gebunden, weiß auch Eva Landrichtinger, Geschäftsführerin der Bundessparte Bank & Versicherung in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) gegenüber 5 Minuten: Konto von Österreicherin leergeräumt: Was Banken gegen Betrug machen.