Erbe verteilt gratis Essen – und zahlt sogar Stromrechnungen
Lebensmittel, Kinderjausen, bezahlte Rechnungen: Der Wiener Mario Orth hilft, wo Not herrscht – aus eigener Tasche. Mit seiner Erbschaft kämpft er direkt gegen Armut. 5 Minuten war dabei, als er wieder Türen klopfte.
Wenn demnächst ein junger Mann an der Wohnungstür klopft und kostenlos Lebensmittel anbietet, steckt möglicherweise Mario Orth dahinter. Der 31-jährige Wiener nutzt seine Erbschaft, um dort zu helfen, wo andere wegsehen – direkt, unbürokratisch und aus vollem Herzen.
Aus Privatvermögen Essensausgaben finanziert
Orth, wohnhaft in Döbling, finanziert aus seinem Privatvermögen Essensausgaben, Kinderjausen und sogar offene Rechnungen von notleidenden Menschen. Regelmäßig kauft er in Supermärkten ein und verteilt die Lebensmittel persönlich in Wohnhausanlagen: „Ich gehe von Tür zu Tür – und hätte nie gedacht, wie groß die Not direkt vor unserer Haustür ist“, sagt er im Gespräch mit 5 Minuten.
„Ich bin kein Milliardär – aber ich kann es mir leisten“
Orth betont, dass er nicht reich im klassischen Sinne sei, aber genug habe, um zu helfen. Sein Ziel: direkte Hilfe statt Bürokratie. Sechs Kindergärten unterstützt er laufend, hauptsächlich mit Lebensmitteln. „Kinder und Jugendliche können am wenigsten für ihre Lage“, teilte Orth gegenüber dem Kurier mit. Die Organisation seiner Aktionen sei aufwendig – Genehmigungen für Essensausgaben erhalte er pro Bezirk nur maximal zwei Monate im Jahr. Trotzdem hält ihn nichts auf: „Ich arbeite Tag und Nacht an meinen Projekten.“
Hilfe ohne Umweg – und mit vollem Einsatz
Sein Vertrauen in große Hilfsorganisationen ist begrenzt: „Ich will sicher sein, dass mein Geld auch wirklich dort ankommt, wo es gebraucht wird.“ Dass das notwendig ist, zeigen Fälle wie jener einer Mutter, die kein Warmwasser für ihre Kinder hatte. „Sie hat das Wasser mit einem Schlauch von der Nachbarwohnung nach unten geleitet. Ich bin noch am selben Tag mit ihr zur Wien Energie und habe die Rechnung bezahlt. So etwas darf in Österreich nicht passieren.“
Nächste Essensausgabe am Samstag
Am heutigen Samstag, 20. September, findet Orths nächste öffentliche Aktion statt: Am Siebenbrunnenplatz in Margareten wird ab 11 Uhr wieder gratis warmes Essen ausgegeben – inklusive Kinderprogramm mit Puppentheater und Malstation.
Für Kinder bringt er nicht nur Jause mit, sondern auch Farbe: Gemeinsam mit Künstlerin Francesca Ghitea dürfen die Kleinsten den Holzstand von Orth bemalen.
One-Man-Show mit politischen Ambitionen
Obwohl seine Projekte unpolitisch wirken, hat Orth Anfang des Jahres eine eigene Partei gegründet: Mehr Lebensqualität (MLQ). Ein Team hat er keines, daher trat er bei den Bezirksvertretungswahlen nicht an – trotz ausreichend Unterstützungserklärungen.
Nächste Essensausgabe
Siebenbrunnenplatz, 1050 Wien
Samstag, 20. September 2025
Beginn: 11 Uhr
Mit Kinderprogramm & Malaktion