Sicher feiern in Wien: Neuer Workshop stärkt junge Frauen
Viele junge Menschen stoßen beim Feiern auf Belästigung, Gewalt und Unsicherheit. Ein neuer Workshop will speziell junge Frauen stärken, ihr Sicherheitsgefühl erhöhen und im Umgang mit Grenzüberschreitungen sensibilisieren.
„Wien zählt zu den sichersten Städten der Welt. Umso mehr muss es selbstverständlich sein, dass junge Frauen – unabhängig der Uhrzeit und davon, ob sie auf ein Brauchtumsfest oder in eine Untergrundclub gehen – sich sicher fühlen“, betont Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaál (SPÖ). Um das Sicherheitsgefühl bei jungen Frauen zu stärken, hat das Frauenservice Wien (MA 57) den Mädchen-Empowerment-Workshop „Sicher Fortgehen“ entwickelt.
Sicher feiern in Wien – ein Thema, das viele junge Frauen bewegt
In Wien gibt es unzählige Möglichkeiten an Lokalen, Clubs und Bars – Räume, in denen Jugendliche und junge Erwachsene die Möglichkeit haben, zusammen zu feiern, zu tanzen und eine gute Zeit zu verbringen. Doch diese Orte sind für viele nicht sicher: Es sind Orte, an denen Jugendliche Diskriminierung, (sexueller) Belästigung und Gewalt ausgesetzt sind. Auf Wunsch vieler junger Frauen, sich intensiver mit dem Thema sicheres Fortgehen in Wien auseinanderzusetzen, hat das Frauenservice Wien gemeinsam mit den Kinder- und Jugendmillionen das Forschungsprojekt „Safe Together – Sicheres Fortgehen in Wien für junge Frauen“ ins Leben gerufen.
Wie sicher fühlen sich junge Frauen in Wien?
Die Erfahrungen beim Fortgehen wurden erhoben und reflektiert. Dafür wurden acht Fokusgruppen mit insgesamt 81 Jugendlichen im Alter von 14 bis 25 Jahren aus verschiedenen Bezirken Wiens – vorwiegend junge Frauen – herangezogen. Dabei wurde überprüft, wie sie das Fortgehen wahrnehmen, welche Wünsche sie haben und welche Ideen sie haben, um das Fortgehen „gemeinsam sicher“ zu gestalten.
Wie sicher fühlen sich junge Menschen in Wien?
Die Ergebnisse zeigen, dass Fortgehen für viele junge Menschen ein Raum für Selbstverwirklichung, soziale Interaktion, Zugehörigkeit und Spaß ist. Trotzdem haben sie auch ein Bewusstsein für potenzielle Gefahren. Viele Teilnehmer haben bereits sexuelle Belästigung, Objektifizierungen, Grenzüberschreitungen oder ein Gefühl von Unsicherheit erlebt.
Das wünschen sich die jungen Wiener beim Fortgehen
Auch die Wünsche bleiben nicht aus: Mehr Solidarität und Zivilcourage von anderen Menschen, die Belästigungen beiwohnen, werden gewünscht. Ebenso zeigt sich das Bedürfnis nach mehr Sensibilisierung aufseiten junger Männer und nach Selbstverteidigungsmöglichkeiten aufseiten der Frauen. Die Teilnehmenden sehen einen klaren Bedarf: mehr Bewusstsein in der Gesellschaft, mehr Sicherheit auf den Nachhausewegen und im öffentlichen Raum sowie verstärkte Täterarbeit.
Workshop stärkt Sicherheit junger Frauen beim Fortgehen
Aufgrund dieser Ergebnisse wurde der Workshop ins Leben gerufen. Er richtet sich an Mädchen und junge Frauen zwischen 14 und 22 Jahren und vermittelt Wissen rund um Rechte, Sicherheit und Unterstützung beim Fortgehen. Ziel ist es, das eigene Sicherheitsgefühl zu stärken, über geschlechtsspezifische Gewalt aufzuklären und die Handlungskompetenz im Umgang mit sexueller Belästigung und Übergriffen zu fördern.