Öffentliche Beleuchtung: LED-Umrüstung in Wien auf Zielgeraden
Wenn die Sonne untergeht, beginnt Wiens Lichtgeschichte: Mittlerweile sind bereits 108.000 der rund 133.000 Leuchten auf LED umgerüstet. Das sind über 80 % der gesamten Beleuchtung in der Stadt.
Was 2017 als technisches Projekt begonnen hat, ist heute ein leuchtendes Symbol für Klimaschutz, Lebensqualität und ökologische Verantwortung. „Die Umrüstung auf moderne LED-Leuchten ist ein weiterer Beitrag für unsere Klimamusterstadt. Wien ist international Vorreiterin und zählt zu wenigen Städten weltweit, die die Beleuchtung vollständig auf LED umrüsten und damit fast fertig ist. Zudem sparen wir so mehr als 60 % der bisher benötigten Energie und leisten einen Beitrag gegen Lichtverschmutzung und für Insektenschutz und Artenvielfalt, wie Studien zum Thema belegen. Dass wir Wiener*innen dafür auch noch einen klareren Sternenhimmel geschenkt bekommen, ist ein erfreulicher Nebeneffekt“, sagt Wiens Planungsstadträtin Ulli Sima.
Wien ist international einzigartig bei der Eigenentwicklung von Leuchten
In Wien sind rund 2.800 Kilometer Straße beleuchtet – das entspricht der Strecke einmal um ganz Österreich. Zur Beleuchtung gehören Seilhänge-, Mastansatz- und Vintageleuchten. Die Umstellung ist eingebettet in ein umfassendes Wartungs- und Instandhaltungskonzept mit hohem Eigenleistungsanteil bei der Errichtung. Dieses Vorgehen ist international einzigartig und unterstreicht Wiens Vorreiterrolle in der modernen urbanen Infrastruktur. Die Innovation der Wiener Standardleuchte liegt in der Standardisierung der elektrischen und mechanischen Schnittstelle: Gehäuse und Einsatz sind funktional voneinander getrennt. Sämtliche Elemente zur Lichterzeugung und -lenkung befinden sich im Leuchten-Einsatz. Dieser kann flexibel gewählt und eingesetzt werden – unabhängig von Hersteller, eingesetzter Lichttechnik (wie LED, Halogen-Metalldampf, Natriumhochdruckdampf etc.) oder spezifischen lichttechnischen Anforderungen. Das Gehäuse übernimmt ausschließlich die Rolle des mechanischen Schutzes für die elektrischen und mechanischen Bauteile, vergleichbar mit einem Schaltkasten. Wartungsarbeiten lasse sich ohne Werkzeug durchführen und im Fall eines Defekts kann der Einsatz mit wenigen Handgriffen ersetzt werden.
„Alle Leuchten in Wien verfügen über einen eigens entwickelten, maßgeschneiderten Einsatz. Da es am Markt keine Lösung gab, die den technischen und städtebaulichen Anforderungen einer Millionenstadt gerecht wurde, haben wir in der MA 33 diese Lösung eben selbst entwickelt – ein echtes Wiener Original. Diese Eigenentwicklung ermöglicht nicht nur eine höhere Effizienz in Wartung und Austausch, sondern steht auch für die Innovationskraft und Kompetenz unseres Teams.”, so Andreas Terzer, Leiter der MA 33 – Wien leuchtet.
CO2-Reduktion und Energieersparnis
Nach dem Leuchtentausch spart Wien pro Jahr rund 1.000 Tonnen CO2 gegenüber den alten konventionellen Leuchten. Das entspricht der Menge an CO2 Emissionen für über 800 Mal mit dem Flugzeug one-way von Wien nach New York. Zugleich spart die Stadt pro Jahr den Energiebedarf von rund 2.500 Haushalten ein. Auch betreffend der Lebensdauer sind LED-Leuchten den alten Leuchtmitteln haushoch überlegen und halten bis zu 50 mal länger. Die Gewährleistungsdauer von LED-Leuchten beträgt bei täglichem Betrieb 17 Jahren.
Noch 25.000 Leuchten bis zur Vollendung
Die verbleibenden 20% der alten Leuchten werden weiterhin sukzessive umgerüstet. Voraussichtlich sind die restlichen Mastleuchten bis Ende 2026 fertig getauscht. Dann gibt es noch rund 3.500 Vintageleuchten, die in der Umrüstung etwas aufwendiger sind. Diese werden in der finalen Etappe bis 2028 dann ebenfalls die original Wiener Standardeinsätze enthalten.