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/ ©Juerg Christandl / KURIER / picturedesk.com
Ein Bild auf 5min.at zeigt den WKÖ-Präsident Harald Mahrer.
WKO-Präsident Harald Mahrer steht im Kreuzfeuer: 342.000 Euro verdient er im Jahr – mehr als der Kanzler. Während viele sparen müssen, verteidigt er seinen Lohn als „gerechtfertigt“. Jetzt droht ein Image-Debakel.

WKO-Chef kassiert mehr als der Kanzler: 342.000 € Jahresgehalt

WKO-Präsident Harald Mahrer steht im Kreuzfeuer: 342.000 Euro im Jahr – mehr als der Kanzler! Während viele sparen müssen, verteidigt er seinen Lohn als „gerechtfertigt“. Jetzt droht ein Image-Debakel.

von Andrea Lautmann
2 Minuten Lesezeit(399 Wörter)

Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), steht wegen seines üppigen Gehalts massiv in der Kritik. Ganze 342.000 Euro verdient er im Jahr – das sind rund 28.500 Euro im Monat. Zum Vergleich: Bundeskanzler Christian Stocker kommt „nur“ auf etwa 333.000 Euro jährlich. Die Enthüllung sorgt quer durch Politik und Wirtschaft für Empörung. Besonders brisant: Während die Gehälter der WKO-Angestellten derzeit auf Eis liegen, scheinen für die Chefetage keine Sparmaßnahmen zu gelten.

Mahrer verteidigt sich – Gehaltsverzicht „absurd“

Im Ö1-Interview zeigte sich Mahrer gelassen – und uneinsichtig: „Ja, das ist viel Geld. Aber es ist auch viel Verantwortung und Haftung“, sagte der WKO-Präsident. Auf die Frage nach einem freiwilligen Gehaltsverzicht antwortete er: „Das wäre absurd. Ich halte mich an die gesetz-lichen Grundlagen.“ Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Kritik kommt aus allen politischen Lagern – und von Unternehmern, die ihre Kammerumlage nicht mehr zahlen wollen. Der Rechnungshof kündigte inzwischen an, Mahrers Mehrfachbezüge und die WKO-Gebarung genau zu prüfen.

„Haben Fehler gemacht“ – Mahrer rudert zurück

Nach tagelanger Kritik zeigte sich Mahrer am Wochenende plötzlich kleinlaut. In mehreren Interviews räumte er ein: „Wir haben Fehler gemacht. Ich habe Fehler gemacht.“ Der größte Fehler sei die Kommunikation gewesen. „Wir haben da ein Vakuum entstehen lassen – und in dieses Vakuum wurde viel hineininterpretiert“, so Mahrer. Einen Rücktritt schließt er aber kategorisch aus.

Funktionärsgehälter steigen teils um 60 Prozent

Noch mehr Zündstoff: Laut ORF und Krone wurden die Funktionsentschädigungen der Kammerpräsidenten in mehreren Bundesländern kräftig angehoben – teilweise um bis zu 60 Prozent. In Tirol stieg die Entschädigung etwa von 6.400 auf 10.000 Euro. Begründung: ein „Inflationsausgleich“ nach vielen Jahren ohne Anpassung. Mahrer sprach von einer „System-umstellung“, doch die öffentliche Empörung wächst. Viele fragen sich: Wie glaubwürdig ist eine Kammer, die höhere Löhne fordert – und sich selbst bedient?

„Abgehobenheit pur“ – Scharfe Kritik aus Politik und Wirtschaft

Die Grünen werfen Mahrer „völlige Verkennung der Lage“ vor, FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz fordert seinen Rücktritt. Elisabeth Götze (Grüne) meint: „Nicht die Mitarbeiter stehen in der Kritik, sondern Mahrer und seine Führungsriege. Sie schaden der Kammer massiv.“ Die Wirtschaftskammer selbst versucht, die Wogen zu glätten. Doch der Imageschaden ist angerichtet – und Mahrers Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel.

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