
Mit Volldampf Richtung Klimaneutralität: Wien macht’s vor
Wien hat seine Treibhausgasemissionen im Jahr 2024 deutlich gesenkt – um rund 5,8 Prozent. Das zeigen aktuelle Daten des Umweltbundesamts („Nowcast“). Damit liegt die Hauptstadt klar über dem Bundesschnitt von 2,6 Prozent.
„Wiens Klimaschutz ist eine Erfolgsgeschichte – und das schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert!“, betonte Bürgermeister Michael Ludwig und verweist auf zielgerichtete Maßnahmen, die zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen beitragen. „Auf dem Erfolg ruhen wir uns aber nicht aus. Wir haben erst im April als erstes Bundesland ein Klimagesetz verabschiedet und verpflichten uns damit auch weiter dem konsequenten und ambitionierten Klimaschutz“, so Ludwig weiter. Auch Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky freut sich über die positive Entwicklung und erklärt: „Der Rückgang von Emissionen steht für bessere Luft, bessere Gesundheit und eine hohe Lebensqualität in Wien.“
Positive Entwicklung in fast allen Sektoren
In fast allen Sektoren konnte ein Rückgang klimaschädlicher Treibhausgase verzeichnet werden. Nur in der Landwirtschaft stiegen die Emissionen leicht um ein Prozent.
Emissionsentwicklung Wien 2023–2024:
- Verkehrssektor: – 2,6 % (größte absolute Treibhausgas-Abnahme
- Gebäude: – 3,0 %
- Energie: -14,3 %
- Industrie: -0,8 %
- Abfallwirtschaft: -1,0 %
- F-Gase: -5,4 %
- Landwirtschaft +1,0 %
Klimaneutralität bis 2040 angestrebt
Wiens Bereichsleiter für Klimaangelegenheiten, Andreas Januskovecz, verweist darauf, dass Wien auf einem guten Weg Richtung Klimaneutralität bis 2040 ist, doch er betont: „Wien wird nur dann bis 2040 klimaneutral, klimaresilient und zirkulär, wenn wir entschlossen und in allen Bereichen Klimamaßnahmen umsetzen.“ Die Stadt verweist auf zahlreiche Maßnahmen, die im Rahmen des Wiener Klimafahrplans, der seit 2022 in Kraft ist, umgesetzt wurden: den Ausbau der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur (U2-, U5-Bau, neue Straßenbahnlinien), die Radwegoffensive mit 130 Millionen Euro Investitionen, das Programm „Raus aus Gas“ im Gebäudebereich, die Sonnenstrom-Offensive mit verzehnfachter PV-Leistung sowie Projekte zur Kreislaufwirtschaft und Stadtbegrünung. Zudem wurden in den vergangenen Jahren über 500.000 Quadratmeter neue oder naturnah umgestaltete Grünflächen geschaffen. 22 „Coole Zonen“ bieten in den Sommermonaten konsumfreie Abkühlung.