Razzia gegen Islamisten in ganz Österreich: Waffen & Festnahmen
Am Jahrestag der Pariser Anschläge schlug der Staatsschutz zu: Dutzende Hausdurchsuchungen, Festnahmen und gefährliche Funde - auch Wien war ein Brennpunkt des Anti-Terror-Einsatzes.
Am 13. November – dem zehnten Jahrestag der Terroranschläge von Paris – rückten Ver-fassungsschutz und Polizei in einem koordinierten Großeinsatz aus. Der sogenannte „Joint Action Day“ richtete sich gegen radikale Islamisten in Österreich, Deutschland und der Schweiz.
Acht Bundesländer im Fokus
In Österreich standen acht Bundesländer im Fokus, darunter Wien. Mehr als 200 Polizisten durchsuchten 15 Wohnungen und führten über 100 Gefährderansprachen durch. Drei Personen wurden festgenommen, über 40 Beweisstücke sichergestellt – darunter Bargeld in fünfstelliger Höhe, Schusswaffen, Gaspistolen, Munition, Handys, Messer und islamistische Propaganda-schriften.
Auch Justizanstalten durchsucht
Sogar in Gefängnissen rückten Einsatzkräfte an: In 27 Justizanstalten wurden Hafträume und Betriebsstätten durchsucht. Der Zugriff wurde bewusst vor Beginn der Weihnachtszeit angesetzt, um mögliche Anschlagspläne frühzeitig zu verhindern. „Die Szene soll spüren, dass wir hinschauen“, hieß es aus Sicherheitskreisen. Ein Schwerpunkt lag in Wien-Brigittenau – im Umfeld eines inoffiziellen Gebetsraums, der bereits länger im Visier der Ermittler stand.
Jugendliche im Visier der Radikalen
Besonders alarmierend: Rund 50 Prozent der Betroffenen sind Jugendliche oder junge Er-wachsene. Viele von ihnen geraten laut Staatsschutz über soziale Medien in die Fänge radikaler Prediger – sogenannter „Influencer Preacher“. Diese verbreiten über YouTube, TikTok oder verschlüsselte Chatgruppen islamistische Inhalte – oft auf Deutsch oder Arabisch. Sogar Online-Games werden genutzt, um Kontakte zu knüpfen. Für Jugendliche auf Sinnsuche wird das zur gefährlichen Falle.
200 Hausdurchsuchungen in vier Jahren
Seit ihrer Gründung Ende 2021 hat die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) über 200 Hausdurchsuchungen und mehr als 70 Festnahmen durchgeführt. Allein 2025 gab es mehrere landesweite Einsätze gegen Extremisten – von Islamisten bis zu Rechtsextremen. Zeitgleich zur Razzia fand der sechste Präventionsgipfel des Netzwerks Extremismusprävention und Deradikalisierung statt. Ziel: Jugendliche digital widerstandsfähiger machen -bevor sie von der Online-Ideologie erfasst werden.