Neue Mega-Pumpe: Wien rüstet sich gegen Starkregen und Überflutungen
Auf der Donauinsel wurde Europas stärkste Regenwasserpumpe angeliefert. Mit 15.000 Litern pro Sekunde soll sie Floridsdorf und Donaustadt noch besser vor Überflutungen schützen.
Europas größte Regenwasserpumpe für Wien: Am Pumpwerk Donauinsel hat Wien Kanal mit dem spektakulären Einbau einer neuen 63 Tonnen schweren Hochleistungspumpe begonnen. Die gigantische Anlage ist 13 Meter hoch und bewegt bis zu 15.000 Liter Wasser pro Sekunde – ein europäischer Rekord. Das Projekt soll ab 2026 Floridsdorf und Donaustadt deutlich besser vor Überflutungen schützen und die Kapazität des bestehenden Systems massiv erweitern.
Mehr Sicherheit bei Starkregen
Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky betont die enorme Bedeutung der Investition: Der Klimawandel bringe mehr Starkregen, weshalb die Stadt ihre Infrastruktur für die Zukunft rüsten müsse. Das Pumpwerk Donauinsel zählt schon jetzt zu den stärksten Europas. Bei Regen fließt ein Vielfaches des normalen Abwassers durch das System – hier spielt die neue Pumpe eine entscheidende Rolle, um das Kanalnetz zu entlasten.
Bisherige Leistung wird weiter erhöht
Schon jetzt können sechs Regenwasserpumpen bis zu 40.000 Liter pro Sekunde bewegen. Die neue vertikale Rohrgehäusepumpe bringt zusätzliche 15.000 Liter pro Sekunde – und ist damit die größte ihrer Art in Europa. Seit August 2024 wurde an ihr gearbeitet, bis 2026 soll das gesamte System inklusive moderner Elektrotechnik fertiggestellt sein, um Energie zu sparen und noch schneller reagieren zu können.
Einbau unter höchster Präzision
Der Einbau der Riesenpumpe ist eine technische Herausforderung. „Das Einheben und Zusammensetzen dauert mehrere Tage und muss millimetergenau erfolgen“, erklärt Wien-Kanal-Direktor Andreas Ilmer. Trotz Umbau bleibt das Pumpwerk jederzeit einsatzbereit. Der neue Schutz ist auch eine direkte Reaktion auf die Hochwasserereignisse von 2024, die gezeigt haben, wie wichtig robuste Infrastruktur ist.
Bezirke begrüßen Ausbau
Sowohl SPÖ-Klubchef Josef Taucher als auch NEOS-Umweltsprecherin Angelika Pipal-Leixner sehen in dem Projekt einen zentralen Schritt für Wiens Klimaresilienz. Auch Floridsdorfs Bezirksvorsteher Georg Papai freut sich über mehr Sicherheit und langfristigen Schutz der Abwasserentsorgung. Die Maßnahme ist ein wichtiger Baustein für ein klimafittes Wien – für heute und für kommende Generationen.
Gebäude wird energieeffizient und klimafit
Neben dem technischen Ausbau wird auch das Gebäude selbst modernisiert: von isolierten Dachflächen über Sonnenschutz bis zu einem begrünten Dach, das künftig sogar Sonnenstrom produzieren soll. Damit macht Wien Kanal nicht nur das Abwassersystem stärker, sondern auch das gesamte Pumpwerk energieeffizienter und nachhaltiger für die Zukunft.