Caritas und Dirk Stermann starten Winterpaket für Obdachlose
Die Temperaturen fallen, obdachlose Menschen frieren. Die Caritas zieht erste Winterbilanz - mit prominenter Unterstützung von Dirk Stermann und neuen Maßnahmen gegen die Kälte.
Wien zittert! Mit dem ersten Wintereinbruch verschärft sich die Lage für obdachlose Menschen massiv. Seit Anfang November ist die Winternothilfe der Caritas in vollem Einsatz. Die sinkenden Temperaturen und angekündigte Einsparungen im Sozialbereich verschärfen die Lage vieler Menschen. Bei einem Medientermin kommende Woche, wird die Caritas eine erste Bilanz ziehen und zusätzliche Hilfsmaßnahmen vorstellen. Die Caritas plant weitere Projekte mit Kabarettist und Autor Dirk Stermann, um Menschen durch die härteste Zeit des Jahres zu bringen. „Wenn der Druck steigt, muss unsere Hilfe wachsen“, betont Caritasdirektor Klaus Schwertner im Vorhinein.
Stermann unterstützt die Gruft
Stermann hat ein Streetwork-Team der Caritas begleitet. Die Eindrücke ließen ihn nicht kalt: „Es ist unfassbar, unter welchen Bedingungen diese Menschen leben müssen. Wir müssen etwas tun“, sagte er sichtbar betroffen. Sein Engagement soll Aufmerksamkeit und Unterstützung mobilisieren.
Zahlen, die unter die Haut gehen
Rund 21.000 Menschen in Österreich gelten laut Caritas als obdach- oder wohnungslos. In Wien schlafen aktuell mehrere Hundert direkt auf der Straße. Die Organisation warnt: Durch steigende Kosten und Kürzungen im Sozialbereich könnte diese Zahl weiter ansteigen – und das mitten im Winter.
Was bedeutet Obdachlosigkeit?
Obdachlosigkeit heißt: kein sicherer Wohnraum, extreme soziale Isolation, gesundheitliche Risiken und täglicher Kampf ums Überleben. Die Caritas versucht, genau hier anzusetzen und bietet im Winter unter anderem:
- warme Mahlzeiten
- Winterkleidung und Schlafsäcke
- medizinische Grundversorgung
- Beratung durch Streetworker
Die Gruft: Ein sicherer Hafen
Die Gruft in Wien-Mariahilf zählt zu den wichtigsten Einrichtungen für Menschen ohne Zuhause. Hier finden Betroffene Schutz, warmes Essen und Ansprechpartner für ihre Sorgen. Leiterin Lis Pichler betont: „Wir helfen nicht nur kurzfristig, sondern wollen Perspektiven schaffen.“
Blick in andere Bundesländer
Nicht nur Wien kämpft mit steigender Obdachlosigkeit. Auch in Salzburg, Graz und anderen Städten laufen Winterhilfsaktionen. Doch überall gilt: Die Ressourcen werden knapp, und der Bedarf steigt rasant.
Sozialkürzungen verschärfen Lage
Caritasdirektor Klaus Schwertner übt deutliche Kritik an Sparmaßnahmen im Sozialbereich. Weniger Geld bedeutet weniger Angebote – und damit mehr Menschen, die ungeschützt in die Kälte geraten. „Soziale Sicherheit ist ein Grundrecht“, fordert Schwertner.
Was kann die Bevölkerung tun?
Jede Hilfe zählt: Spenden, ehrenamtliche Mitarbeit oder das Teilen von Informationen. Die Caritas betont, dass Solidarität auch im Kleinen beginnt – und im Winter überlebenswichtig ist.
Was tuen, wenn man ein Schlaflager eines akut obdachlosen Menschen entdeckt?
Viele Menschen wollen helfen, wissen aber nicht, wie sie sich verhalten sollen, wenn sie im Winter das Schlaflager eines akut obdachlosen Menschen erblicken. So kann man helfen:
- Ansprechen und fragen, ob sie Hilfe benötigen
- In Notfällen unbedingt die Rettung rufen (Telefonnummer 144)
- Für konkrete Hilfe das Kältetelefon rufen: 01 480 45 53 (von November bis Ende April)