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Das bild von 5 Minuten zeigt das Team von Radio Orange.
Dem Team von Radio Orange ist das Lachen jetzt vergangen: Der Sender gab jetzt bekannt, dass die Förderung der MA 13 ab 2027 vollständig gestrichen wird.

Wien streicht Radio Orange Förderung: Droht Sender jetzt das Aus?

Die Stadt Wien streicht Radio Orange 94.0 ab 2027 die Fördermittel. Der freie Sender sieht sich dadurch existenziell bedroht und warnt vor Folgen für Medienvielfalt und Demokratie.

von Andrea Lautmann
3 Minuten Lesezeit(547 Wörter)
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Die Sparmaßnahmen der Stadt Wien treffen nun auch das freie Radio Orange 94.0. Wie der Sender bekanntgab, wird die Förderung der MA 13 (Stadt Wien – Bildung und Jugend ab 2027) vollständig gestrichen. Verantwortlich für die Entscheidung sei Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos). Für 2026 konnte noch ein halbiertes Notbudget von 170.000 Euro verhandelt werden – doch das reißt ein massives Loch in die Finanzierung.

Unterstützen möchte durch einen Freien Radio Beitrag

Auf der Homepage von ORANGE 94.0. ist zu lesen: „Die NEOS-Stadträtin Bettina Emmerling kürzt ORANGE 94.0 die Förderungen für 2026 massiv und stellt eine vollkommene Streichung der Förderung für 2027 in Aussicht. Das ist existenzgefährdend für ORANGE 94.0. Wir haben die Informationen so kurzfristig erhalten, dass es uns nicht die Möglichkeit gibt, uns geordnet umzustrukturieren. Gerade in Zeiten von Desinformation und Demokratieverdrossenheit ist das Sparen an einem offenen Beteiligungsmedium mit über 860 Radiomacher:innen, die in 22 Sprachen 24-Stunden-Radioprogramm senden, ein fatales Signal. Wer uns jetzt unterstützen möchte, kann das mit einem Freien Radio Beitrag tun.“

Kürzungen treffen auch Suchthilfe & Co.

Die Kürzungen treffe nicht nur sie allein – auch Suchthilfe, Wohnungslosenhilfe, Unterstützung für Schutzsuchende, Kulturinitiativen wie das Amerlinghaus und viele weitere soziale Einrichtungen stünden unter Druck.

Budget bricht ein – Team vor Kündigungen

Nach Angaben von Orange 94.0 fehlen im kommenden Jahr rund 240.000 Euro, rund 30 Prozent des bisherigen Gesamtbudgets. Geschäftsführerin Ulli Weish warnt: Die kurzfristige Kürzung zwinge den Sender, große Teile des Teams 2026 zu kündigen. Auch medienpädagogische Angebote würden massiv eingeschränkt. Um den Betrieb auf aktuellem Niveau zu halten, wären 810.000 Euro notwendig.

Kaskadeneffekt gefährdet nationalen Fördertopf

Besonders kritisch: Durch die Kürzung der Stadt verlieren die Wiener Radiomacher ab 2027 voraussichtlich auch den Zugang zum Nichtkommerziellen Rundfunkfonds (NKRF). Dessen Förderungen können nur bei ausreichender Kofinanzierung abgerufen werden. Ohne diesen Anteil wäre der Weiterbetrieb ab 2027 kaum möglich – eine finanzielle Kettenreaktion, die das Aus bedeuten könnte.

Community schlägt Alarm: „Stimmen ohne Lobby verstummen“

In der Radio-Orange-Community wächst die Sorge. Weish betont die demokratiepolitische Bedeutung des Senders: Medienbildung und aktive Teilhabe seien angesichts von Polarisierung und KI-Falschmeldungen wichtiger denn je. Auch Unterstützer wie Susi Haslinger warnen: „Orange 94.0 ist das Sprachrohr für Gruppen ohne Lobby. Wenn diese Ressourcen wegfallen, verschwinden ihre Stimmen.“ Alexis Neuberg von Radio Afrika International ergänzt: „Seit 1998 ermöglicht Orange 94.0 Menschen, die sonst ungehört bleiben, eine Plattform.“

Freies Radio mit jahrzehntelanger Geschichte

Radio Orange sendet seit 1998 auf 94.0 MHz in Wien. Das nichtkommerzielle Beteiligungsmedium arbeitet mit 850 Ehrenamtlichen und sendet täglich in 22 Sprachen. Zu Gast im Studio sind jährlich mehrere tausend Menschen. Der Sender erreicht besonders Gruppen, die in klassischen Medien kaum vertreten sind – von Jugendlichen über migrantische Communities bis zu Menschen in Haft. Auch in der Medienbildung ist Orange 94.0 aktiv: 2024 nahmen rund 800 Personen an Workshops teil, die den kritischen Umgang mit Medien stärken sollen.

Wie es weitergeht – Stadt Wien schweigt noch

Für die Zeit nach 2026 ist die Zukunft unklar. Radio Orange prüft alternative Finanzierungswege und hofft weiterhin auf Gespräche mit der Stadt Wien. Eine Stellungnahme des Büros von Stadträtin Emmerling steht bislang noch aus.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 08.12.2025 um 11:26 Uhr aktualisiert
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