Ex von getöteter Jenni S. in U-Haft: Verantwortung abgeschwächt
Das Wiener Landesgericht für Strafsachen hat Mittwochmittag im Fall Jennifer S. über den mordverdächtigen Ex-Freund der 2018 verschwundenen Jennifer S. die U-Haft verhängt.
Das Wiener Landesgericht für Strafsachen hat Mittwochmittag im Fall Jennifer S. über den mordverdächtigen Ex-Freund der 2018 verschwundenen Jennifer S. die U-Haft verhängt. Das teilte Gerichtssprecherin Christina Salzborn auf APA-Anfrage mit. Als Haftgrund wurde Tatbegehungsgefahr angenommen. Der Mann habe sich vor der Richterin zur Sache geäußert, sei dabei aber nicht ins Detail gegangen, sagte Salzborn. Auch hier übernimmt Strafverteidigerin Astrid Wagner, wie auch im Mordfall der getöteten Grazer Influencerin Stefie P. die Verteidigung edes mutmaßlichen Mörders von Jenni S.
Neue Ermittlungen wegen verdächtiger Sprachnachricht
Hatte der 32-Jährige nach seiner Festnahme laut Polizei ein „umfassendes Tatgeständnis“ abgelegt, dürfte er vor der Haftrichterin seine Verantwortung abgeschwächt haben. Er hatte die Polizei zu den sterblichen Überresten der jungen Frau geführt, die vor über sieben Jahren von ihren Angehörigen als vermisst gemeldet worden war. Detailliert schilderte der 32-Jährige, nur vor der Polizei, jedoch nicht vor der Haftrichterin, wie er seine Ex – die sich endgültig von ihm hatte trennen wollen – erwürgt hatte. Danach habe er ihre Leiche in einem gestohlenen Koffer zu einem Waldstück in Großweikersdorf gefahren, die Tote nackt in eine Gebüsch gezerrt und unter Zweigen verscharrt. Der Mann war seit Jahren wegen Gewalt gegenüber seinen Partnerinnen polizeilich bekannt. Eine verdächtige Sprachnachricht hatte im Frühjahr zu neuen Ermittlungen im Fall Jennifer S. geführt.
Hier finden Frauen in Not Hilfe
Hilfeangebote des Vereins AÖF: Die Frauen-Helpline gegen Gewalt 0800/222-555 steht rund um die Uhr, mehrsprachig, anonym und kostenlos allen Frauen, Angehörigen und Interessierten zur Verfügung; beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF).
Die Wiener Polizei ist Ansprechpartner für Personen, die Gewalt wahrnehmen oder selbst Opfer von Gewalt sind. Der Polizei-Notruf ist unter der Nummer 133 jederzeit erreichbar. Die Kriminalprävention des Landeskriminalamt Wiens bietet darüber hinaus persönliche Beratungen unter der Hotline 0800/216346 an.
Weitere Anlaufstellen für Gewaltopfer: Gewaltschutzzentrum Wien: 01/585-32-88 – 24-Stunden Frauennotruf der Stadt Wien: 01-71719 – Wiener Frauenhaus-Notruf 057722 – Österreichische Gewaltschutzzentren: 0800/700-217)
Onlineberatung HelpChat „Halt der Gewalt“ (tägl. 18-22 Uhr und jeden Fr. von 9-23 Uhr) (APA/Red, 10.12.2025)