Kanzler, Klassik, Kulinarik: So glamourös war der Jägerball
Jagdfieber mitten in Wien: Beim 103. Jägerball in der Hofburg trafen Politik, Prominenz und Brauchtum aufeinander – samt Kanzler, Klassik und Kulinarik.
In der Wiener Hofburg wurde am Montagabend wieder zum Halali geblasen. Der 103. Jägerball des Grünen Kreuzes verwandelte die historischen Säle der Wiener Hofburg und der Spanischen Hofreitschule in eine Bühne für Brauchtum, Musik und Gesellschaft. Unter dem Motto „Klang der Berge – Tanz der Täler“ stand heuer das Patronanzland Salzburg im Mittelpunkt. Jagdhornbläser aus allen Salzburger Gauen eröffneten den Abend mit eindrucksvollen Signalen – ein Gänsehautmoment, der den Ton für die Nacht vorgab. „Halali“ ist im Jägerjargon ein traditioneller Ruf und ein Hornsignal, das das Ende der Jagd oder eines Treibens verkündet und ursprünglich den Befehl gab, Jagdhunde auf das verfolgte Wild zu hetzen, abgeleitet vom französischen „hal à luy“ („Hetz auf ihn“).
5.000 Gäste in Feierlaune
Der traditionsreiche Jägerball des Grünen Kreuzes findet jedes Jahr am letzten Montag im Jänner statt. Mit rund 5.000 Gästen zählt er zu den beliebtesten und stimmungsvollsten Tanzveranstaltungen der Stadt. 5 Minuten war auch dabei. In den prunkvollen Sälen wird bis in die frühen Morgenstunden getanzt, gefeiert und flaniert – eine Ballnacht, die Tradition, Eleganz und zahlreiche Highlights auf besondere Weise verbindet.
Tracht trifft Tuxedo
Im Ballgeschehen selbst traf Tradition auf Eleganz: Loden und Dirndl mischten sich mit Smoking und Abendkleid. Nach den offiziellen Ansprachen von Grünes-Kreuz-Präsidentin Christa Kummer übernahm die Musik das Kommando. Die Trachtenmusikkapelle Hüttschlag brachte alpines Flair in die Hofburg, während Star-Violinistin Lidia Baich mit klassischer Virtuosität einen der musikalischen Höhepunkte setzte – passend zum Mozartjahr 2026.
Glanzvolle Eröffnung
Für großen Applaus sorgte auch das Jungdamen- und Jungherrenkomitee. Zur Eröffnung tanzten die Paare zunächst zu Mozarts „Rondo alla Turca“, gefolgt vom feierlichen Salzburger Walzer. Das Eröffnungsbild verband klassische Wiener Balltradition mit alpenländischem Charakter und begeisterte das Publikum.
Kulinarische Reise durch Salzburg
Nicht nur musikalisch, auch kulinarisch stand Salzburg im Fokus. Serviert wurden Wildspezialitäten aus dem Großarltal, Bio-Heumilchkäse aus Adnet und edle Obstbrände aus der Region. Begleitet wurde der Abend vom traditionellen Jägerballwein, einem Grünen Veltliner aus der Wachau. Ein begehrtes Sammlerstück war erneut der Jägerball-Fächer mit einem Steinadler-Motiv des Salzburger Künstlers Alexander Ragginger.
Politik prominent vertreten
Politisch war der Jägerball auch heuer dicht besetzt. Unter den Gästen fanden sich Bundeskanzler Christian Stocker, Nationalratspräsident Walter Rosenkranz, mehrere Bundesminister sowie Staatssekretär Alexander Pröll. Auch zahlreiche Vertreter aus Jagd, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft ließen sich das gesellschaftliche Großereignis nicht entgehen.
Inoffizieller Staatsball
Seit Jahren gilt der Jägerball als Fixstern der Wiener Ballsaison – und zunehmend als inoffizieller Staatsball. Die Mischung aus Tradition, politischer Präsenz und gesellschaftlichem Glanz machte auch die 103. Ausgabe zu einer langen Ballnacht, bei der bis in die frühen Morgenstunden getanzt und gefeiert wurde.