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Laut Ermittlungsstand flossen die Gelder jedoch teils in dubiose Auslandsgeschäfte auf den Bahamas.

Millionenbetrug: Ermittlungen gegen Wiener Steuerberater

Mit Versprechen auf hohe Renditen und vermeintlich sichere „Pensionskonten“ soll ein Wiener Steuerberater jahrelang Anleger angelockt haben.

von Nadia Alina Gressl Bild auf 5min.at zeigt Nadia Alina Gressl
2 Minuten Lesezeit(339 Wörter)

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Wiener Steuerberater und Wirtschaftsprüfer wegen des Verdachts auf schweren Betrug und Untreue. Der Mann soll als Vermögensverwalter Kundengelder unterschlagen haben. Laut Ermittlungen sind mehr als zwei Dutzend Personen betroffen, der Schaden könnte bis zu 6,5 Millionen Euro betragen.

Selbstanzeige und laufende Ermittlungen

Der Beschuldigte erstattete Ende Mai 2025 beim Landeskriminalamt Wien Selbstanzeige und räumte ein, sein „Lebenswerk zerstört“ zu haben. Eine enge Verwandte wird als Mitbeschuldigte geführt – sie leitete bis September 2020 formal die Kanzlei und war danach Prokuristin. Der Steuerberater bot verschiedene Veranlagungsmodelle an, darunter angeblich sichere „Pensionskonten“ mit garantierten Auszahlungen sowie Investments über ein Sammeldepot. Kundinnen und Kunden wurden teils mit hohen Renditen gelockt, während Gelder auch in Aktien einer dubiosen Gesellschaft auf den Bahamas flossen. Als Verluste eintraten, soll der Beschuldigte Auszahlungen mit neu eingeworbenem Geld finanziert haben. Betroffene wurden vertröstet – unter anderem mit Verweisen auf Gesetzesänderungen, Corona-Folgen oder Probleme mit der Finanzmarktaufsicht. In manchen Fällen sollen manipulierte Performance-Berichte Gewinne vorgetäuscht haben.

Viele Betroffene wollten sichere Anlage

Nach Angaben der Ermittler suchten die meisten Kunden ausdrücklich konservative Veranlagungen. Eine Betroffene übergab etwa 400.000 Euro in bar, nachdem ihr zehn Prozent Rendite zugesagt worden waren. Teilweise sollen Gelder über intransparente Wege ins Ausland transferiert worden sein. Ab April 2025 konnten zugesagte Auszahlungen nicht mehr geleistet werden. Einem Opfer gegenüber soll der Beschuldigte schließlich eingeräumt haben, dass das Geld weg sei, und eine Anzeige in Kauf genommen haben.

Verdacht auf Begünstigung einzelner Angehöriger

Als sich Anfang 2025 die finanzielle Schieflage abzeichnete, überwies der Steuerberater laut Ermittlungen noch rund 1,5 Millionen Euro an Verwandte, die ebenfalls investiert hatten. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob dadurch andere Gläubiger bewusst benachteiligt wurden. Der Beschuldigte führte gesundheitliche Probleme als Grund für den Kontrollverlust über die Geschäfte an. Gleichzeitig soll er im Sommer bei den Festspiele Reichenau gesehen worden sein, wo er laut Zeugen einen fitten Eindruck machte. Die Ermittlungen laufen. Es gilt die Unschuldsvermutung. (APA/RED; 27.02.2026)

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 27.02.2026 um 14:01 Uhr aktualisiert
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