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Foto auf 5min.at zeigt Personen in die Kamera lächeln.
Bereit für den US-Markt: Syntropic Medical-Co-Gründerin Francesca Giovanetti mit Science Park Graz-Geschäftsführer Martin Mössler und Ken Welsh, Handelsattaché der US-Botschaft in Wien.

Wiener Start-up bringt Depressions-Therapie in die USA

Ein Wiener MedTech-Start-up holt sich in Graz das Ticket für den „SelectUSA Investment Summit“. Syntropic Medical will mit seiner Depressions-Therapie in den US-Markt - erste Studien laufen bereits in New York.

von Julia Waldhauser Teamfoto von 5min.at: Julia Waldhauser ist für die Online-Redaktion Graz tätig.
3 Minuten Lesezeit(503 Wörter)

Rund 3.000 Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Politik treffen sich jährlich beim „SelectUSA Investment Summit“ in den Vereinigten Staaten. Heuer ist auch Rot-Weiß-Rot vertreten und zwar durch Syntropic Medical. Das Wiener Health-Tech-Start-up setzte sich bei einem vom Science Park Graz und der US-Botschaft organisierten Vorentscheid durch. Damit darf das Unternehmen seine Technologie auf einer der wichtigsten Investitionsplattformen der USA präsentieren. Der Summit gilt als Schaufenster für ausländische Direktinvestitionen. Hier kommen CEOs, Gouverneure, Vertreter der Bundesstaaten, Ministeriumsbeamte und Risikokapital-Geber zusammen. Für junge Unternehmen ist das eine seltene Chance, Kontakte zu knüpfen und den nächsten Wachstumsschritt vorzubereiten.

Depressionsbehandlung im Fokus

Syntropic Medical entwickelt ein medizinisches Gerät zur Behandlung von Depressionen. Technologisch setzt das Unternehmen auf gezielte elektrische Stimulation bestimmter Hirnareale, die mit depressiven Störungen in Zusammenhang stehen. Durch präzise Impulse sollen neuronale Netzwerke, die aus dem Gleichgewicht geraten sind, moduliert und funktionell stabilisiert werden. Nach ersten Prototypen, die in klinischen Studien, unter anderem in Brasilien, unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt wurden, folgte ein zweiter Prototyp. Dieser kommt aktuell in einer laufenden Studie am NYU Langone Health in New York zum Einsatz. Das weiterentwickelte System ist erstmals für die Anwendung zu Hause konzipiert.

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Start-ups aus ganz Österreich ritterten um das begehrte US-Ticket. Der Gewinner erhielt neben dem Eventzugang auch die Kosten für Flug und Aufenthalt.

Konkreter Schritt Richtung US-Markt

Für den Science Park Graz ist der Erfolg mehr als ein Wettbewerbssieg. Geschäftsführer Martin Mössler erklärt: „Für Syntropic Medical ist das eine konkrete Chance, strategische Partner zu finden, Kapital zu erschließen und den Markteintritt strukturiert vorzubereiten. Unser Ziel ist es, innovative Unternehmen aus Österreich beim nächsten Schritt zu begleiten – und ihnen Zugang zu einem der dynamischsten Innovationsökosysteme der Welt zu verschaffen. Wir bringen damit österreichische Innovationskraft in ein Umfeld, in dem globale Investitionsströme gelenkt werden.“ Auch die US-Botschaft sieht im Summit einen wichtigen Türöffner. Ken Welsh, Handelsattaché der US-Botschaft in Wien, betont: „Der ‚SelectUSA Investment Summit‘ ist die offizielle Investitionsplattform der US-Regierung. Unser Fokus liegt darauf, internationale Unternehmen, darunter auch österreichische, beim Aufbau einer Präsenz in den Vereinigten Staaten zu unterstützen. Wir begleiten Firmen, die in den USA investieren, produzieren oder Personal aufbauen wollen. Die USA verfügen über eines der größten Start-up-Ökosysteme weltweit und über deutlich mehr privates Risikokapital. Wer diesen Markt erschließen will, muss vor Ort präsent sein – der Summit ist dafür ein geeigneter erster Schritt.“

Bekanntheit ausbauen – Zulassung vorbereiten

Für Syntropic selbst ist der Sieg ein strategischer Hebel. Mitgründerin Francesca Giovanetti sagt: „Unser Anspruch ist es nicht nur, Wirksamkeit nachzuweisen, sondern die Therapie nachhaltig in bestehende Versorgungsstrukturen zu integrieren. Dafür braucht es Partnerschaften, Netzwerk und Marktkompetenz. Dieser Sieg ist für uns ein wichtiger Hebel, unsere Bekanntheit am US-Markt massiv auszubauen.“ Aktuell bereitet das Unternehmen die US-Zulassung für den finalen Prototypen vor. Parallel läuft eine Finanzierungsrunde. Ziel sind multizentrische Studien und belastbare Wirksamkeitsdaten. Der Auftritt in den USA ist damit nicht nur Bühne, sondern ein erster, konkreter Schritt in einen neuen Markt.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 27.02.2026 um 20:04 Uhr aktualisiert
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