Zweite Pleite: Einrichtungshaus kämpft erneut ums Überleben
Es ist ein schwerer Schlag für die Einrichtungsbranche: Nur zwei Jahre nach der letzten Sanierung muss Interio erneut den Gang zum Insolvenzgericht antreten.
Der Möbelhändler Interio ist erneut zahlungsunfähig. Über das Vermögen der Magazin 07 Möbel Einrichtungen Vertriebsgesellschaft m.b.H. mit Sitz in der Blauen Lagune bei der SCS in Vösendorf wurde ein Sanierungsverfahren eröffnet – das teilt der Alpenländischer Kreditorenverband (AKV) am Mittwochmorgen (11. März 2026) mit. Bereits im Dezember 2025 schloss die Filiale in Klagenfurt.
Zweite Insolvenz innerhalb von zwei Jahren
Laut AKV wurde das Verfahren am 10. März 2026 beim Landesgericht Wiener Neustadt eröffnet. Bereits 2024 hatte das Unternehmen ein Sanierungsverfahren durchlaufen. Damals nahmen die Gläubiger einen Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren, an. Wie der AKV erklärt, wurden 15 Prozent der Quote bereits bezahlt. Damit konnten rund 75 Prozent der ursprünglichen Gläubigerforderungen getilgt werden. Die restlichen 25 Prozent der Forderungen leben nun wieder auf, nachdem das Unternehmen die letzte geplante Zahlung nicht mehr leisten kann.
37 Mitarbeiter betroffen
Das Unternehmen betreibt den Verkauf von Möbeln, Einrichtungsgegenständen und Hausrat. Aktuell beschäftigt Interio 37 Mitarbeiter. Deren Löhne sind laut AKV seit Februar 2026 offen. Insgesamt sind etwa 70 Gläubiger von der Insolvenz betroffen.
Schulden von rund 6,8 Millionen Euro
Nach Angaben des AKV stehen unbelastete Aktiva von rund 154.000 Euro (Liquidationswert) Verbindlichkeiten von etwa 6,8 Millionen Euro gegenüber. Liegenschaften besitzt das Unternehmen laut Verband nicht. Als Hauptgrund für die erneute Insolvenz nennt der AKV gestiegene Energie- und Personalkosten. Dadurch konnte Interio die letzte Rate aus dem Sanierungsplan, die am 31. März 2026 fällig gewesen wäre, nicht mehr erwirtschaften.
Neuer Sanierungsplan geplant
Trotz der Insolvenz soll der Betrieb weitergeführt werden. Das Unternehmen beabsichtigt laut AKV, den Gläubigern erneut einen Sanierungsplan anzubieten. Vorgesehen ist derzeit eine Quote von 20 Prozent, die innerhalb von zwei Jahren nach Annahme des Plans bezahlt werden soll.