140 Wiener Haushalten wird Ende Juni das Warmwasser abgedreht
Duschen im Container oder im Freibad: Weil Ende Juni wichtige Arbeiten am Fernwärmenetz stattfinden, müssen hunderte Wiener in Ottakring und Penzing vorübergehend auf ihr Warmwasser verzichten.
Auf rund 140 Haushalte in den Wiener Bezirken Penzing und Ottakring kommen Ende Juni Einschränkungen in der Warmwasserversorgung zu. Wegen umfangreicher Wartungs- und Ausbauarbeiten am Fernwärmenetz wird die Versorgung zwischen 25. und 29. Juni unterbrochen.
Flötzersteig-Leitung wird saniert
Hintergrund sind notwendige Arbeiten an der Fernwärmeleitung Flötzersteig, die bereits seit den 1960er-Jahren in Betrieb ist, wie ein Wien-Energie-Sprecher gegenüber dem ORF erklärte. Mit dieser Leitung wird Wärme von der Müllverbrennungsanlage Flötzersteig an die Haushalte geliefert. Neben Instandhaltungsmaßnahmen sollen dabei auch technische Komponenten erneuert und die Infrastruktur für zukünftige Erweiterungen vorbereitet werden. Laut Wien Energie können diese Arbeiten nur während der jährlichen Revision der Müllverbrennungsanlage Flötzersteig durchgeführt werden, da diese in der Zeit stillsteht.
Duschcontainer und kostenloser Bädereintritt
Für die betroffenen Bewohner sollen Ausweichmöglichkeiten geschaffen werden. Geplant sind frei zugängliche Duschcontainer sowie die Nutzung ausgewählter Sportstätten zum Duschen. Zusätzlich sollen Wertkarten für den kostenlosen Eintritt in Wiener Bäder ausgegeben werden. Auch barrierefreie Angebote und ein Shuttle-Service für mobilitätseingeschränkte Personen sind vorgesehen. Kritische Einrichtungen wie das Hanusch-Krankenhaus und die Klinik Ottakring sollen über Übergangslösungen weiterhin versorgt werden.
FPÖ kritisiert Unterbrechung scharf
Scharfe Kritik an der Unterbrechung der Warmwasserversorgung kommt von der Wiener FPÖ. Stadtrat Dominik Nepp bezeichnet die mehrtägige Unterbrechung als „unzumutbar“ und fordert umfassende Informationen für die Bevölkerung. Besonders ältere Menschen, Familien und pflegebedürftige Personen würden dadurch vor erhebliche Herausforderungen gestellt. Nepp dazu: „Wer glaubt, dass man die Wiener einfach auf öffentliche Duschen verweisen kann, hat völlig den Bezug zur Lebensrealität der Bevölkerung verloren.“ Neben einer Stellungnahme der zuständigen SPÖ-Stadträtin Ulli Sima verlangt die FPÖ Auskunft darüber, ob ähnliche Maßnahmen künftig auch in anderen Teilen der Stadt geplant sind.